30.10.2019 | Studie

Nachhaltigkeit bei Real Assets

Aviva hat in einem Marktbericht untersucht, welche Bedeutung Nachhaltigkeitsaspekte bei Real Assets haben. Der Fokus liegt einerseits auf den weltweiten Nachhaltigkeitszielen und andererseits auf den Investmentvorteile. Eine besonders wichtige Rolle spielen die Segmente Immobilien und Infrastruktur. Bis 2030 ist mit einem Anstieg der Weltbevölkerung auf 8 Mrd. Menschen zu rechnen, 60 % werden in Städten leben. Vor diesem Hintergrund werden erhebliche Investitionen in neue Gebäude, Transportmittel, Datennetze und Energieversorgungsnetze benötigt. Allerdings werden allein im Immobiliensektor die CO2-Emissionen bis 2030 um ca. 56 % steigen, aktuell entfallen auf den Sektor rund 20 % der globalen CO2-Emissionen. Vor diesem Hintergrund ist mit einer Zunahme gesetzlicher Maßnahmen zu rechnen, die unter anderem die Energieeffizienz und Green Buildings stärker betreffen werden.

Durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten bei Immobilien können nicht nur regulatorische Risiken reduziert werden, es kann auch eine Social Licence to Operate (SLO) und somit eine Verringerung von Ausfallrisiken gewährleistet werden. Dies geschieht mit der Berücksichtigung sozialer Faktoren auf Micro-Ebene. Aufgrund der besseren Datenlage konnte zumindest der Effekt von Umweltfaktoren nachgewiesen werden. Green Buildings werden höher bewertet, haben höhere Mieten und eine bessere Vermietungsrate.


Quelle: Aviva, WEF

Eine Herausforderung bei Real Assets ist die relativ schlechte Datenlage. Während es für börsennotierte Assets diverse Datenanbieter gibt, kann bei Real Assets auf ein paar wenige Branchenratings und -referenzwerte zurückgegriffen werden. Hierzu zählt bspw. GRESB. Investoren müssen zudem berücksichtigen, dass sich die ESG-Faktoren und -Daten deutlich von den gängigen ESG-Daten unterscheiden. Sie können im Hinblick auf die Umweltauswirkung sehr detailliert sein, bei den sozialen Aspekten aber größere Lücken aufweisen.


Quelle: Aviva


ESG-Daten zur Bewertung von Sachwertinvestments liegen häufig nur lückenhaft und wenig standardisiert vor, insbesondere auf globaler Ebene. Josien Piek von GRESB beschreibt im Absolut|impact #2|2019, welche Tools und Benchmarks die Initiative, die vor zehn Jahren aus einer Kooperation internationaler Pensionsfonds und der Universität Maastricht hervorging, für institutionelle Investoren weltweit aufbereitet.

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