30.11.2015 | Research

Mythen und Fakten zum Value-Faktor

AQR Capital Management hat in einem aktuellen Forschungspaper verbreitete Ansichten zu Value Investing auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Die Autoren widersprechen zum Beispiel der Ansicht, dass Value-Ansätze sich nur über ein konzentriertes Portfolio weniger Titel umsetzen lassen. Dennoch stelle Value Investing keinen rein passiven Ansatz dar, da alleine schon das Abweichen vom Marktportfolio eine aktive Entscheidung darstellt. Es wird untersucht, ob Indizes, die weitere fundamentale Kennziffern nutzen, gegenüber einem reinen Value-Ansatz einen Mehrwert bieten. Für den Zeitraum 1962 bis 2014 zeigt sich eine nichtsignifikante Underperformance dieser erweiterten Ansätze, so dass der Value-Faktor der Treiber des Alphas fundamentaler Indizes gegenüber der Marktbenchmark darstellt. Auf der anderen Seite können Faktoren wie Profitabilität oder Momentum, wenn mit einer Value-Strategie kombiniert, durchaus die Performance weiter steigern. Gerade die Kombination mit Momentum steigert die Bedeutung des Value-Faktors erheblich. In besonderem Maße trifft dies auf Large Caps zu, bei denen der Value-Faktor alleine keine signifikante Outperformance erzielen lässt.


Quelle: AQR Capital

Auch für andere Asset-Klassen wie Anleihen oder Rohstoffe können Value-Ansätze realisiert werden. Werden statt einer reinen Fokussierung auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis zusätzliche Value-Kennziffern zur Zusammenstellung des Value-Portfolios genutzt, darunter das KGV oder die Dividendenrendite, kann dadurch die Konstanz der Faktorperformance gesteigert werden. Zuletzt erörtern die Autoren die Frage, ob es sich beim Value-Faktor um eine Risikoprämie oder eine Verhaltensanomalie handelt. Hier gibt es jedoch bislang keine eindeutige Antwort, jedoch gehen die Autoren davon aus, dass die Value-Prämie unabhängig hiervon auch in Zukunft fortbestehen wird.

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