30.11.2015 | Märkte

Adverse Selektion beeinflusst US-LIT-Märkte

Das CFA Institute hat in einer aktuellen Veröffentlichung mit dem Titel "Liquidity in Equity Markets" zwei Phänomene untersucht, die als Ursache für Marktineffizienzen gelten. Zum einen wurde die Adverse Selektion auf dem "Limit-if-touched"-Markt analysiert und für die US-Märkte bestätigt. Zum anderen wurde ein möglicher negativer Einfluss des Hochfrequenzhandels auf die Liquidität getestet, der nicht bestätigt werden konnte.

Die erste Hypothese beschreibt eine mögliche Adverse Selektion bei der Liquiditätsbereitstellung auf dem Markt für sogenannte Limit-if-touched-Orders, durch besser informierte Market Maker. Eine Limit-if-touched-Order ist eine Kaufs- bzw. Verkaufsorder, die über bzw. unter dem aktuellen Kurs platziert wird. Market Maker können aufgrund ihres Informationsvorsprungs gezielt interne Gegenpositionen von Limit-if-touched-Orders eingehen, statt sie an den Markt weiterzugeben. Sie werden dabei immer Positionen eingehen, die sich den kurzfristigen Entwicklungserwartungen zufolge positiv für sie auswirken. Eine entsprechend negative Wirkung ergibt sich für die anderen Marktteilnehmer, die sich nur auf der erwarteten Verliererseite positionieren können bzw. deren Order nicht ausgeführt wird.


Quelle: CFA Institute

Die zweite Hypothese besagt, dass die angezeigte Liquidität, gemessen an der Zahl der platzierten Orders, nicht repräsentativ für die wahre Liquidität ist, da Hochfrequenztrader ihre Orders häufig duplizieren, um die Wahrscheinlichkeit der Ausführung zu erhöhen oder sie im Rahmen einer anderen Strategie zu nutzen, diese aber bei Ausführung einer Order löschen. Die angezeigte Liquidität würde also über der realen liegen. Hierfür ließen sich jedoch keine Beweise finden.

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