Modell zur Simulation von Liquiditätsschocks
Richard Bookstaber, Michael D. Foley und Brian F. Tivnan untersuchen in einem aktuellen Workingpaper die Marktliquidität und die Heterogenität in dem Entscheidungszyklus der Investoren. Sie haben ein Modell entwickelt, das es ermöglicht, die Effekte von geringer Liquidität zu messen und zu veranschaulichen.
In Marktsituationen mit schnell fallenden Preisen sind viele kurzfristig orientierte Händler daran interessiert, möglichst schnell zu verkaufen, während langfristige Investoren neue Investitionsgelegenheiten einem längeren Prüfungsprozess unterziehen. Dieser Unterschied in der Länge der Entscheidungszyklen führt dazu, dass die langfristigen Investoren im Falle eines Crashes nicht sofort für Liquidität sorgen. Für die Verkäufer bedeutet dieser Mangel an Liquidität, dass sie zu noch geringeren Preisen verkaufen müssen, um die Position schließen zu können. Dieser weitere Preisverfall verunsichert die langfristigen Investoren wiederum erneut, sodass es zu einer Kaskade kommen kann. Die geringere Liquidität aufgrund der Entscheidungsdauer der unterschiedlichen Marktteilnehmer verstärkt also den Preisrückgang im Falle von Marktschocks. 
Quelle: Bookstaber, Foley, Tivnan (2015)
Das Modell der Autoren analysiert den Einfluss der Entscheidungszyklen auf die Preisbewegungen in Crashsituationen. Sie haben festgestellt, dass die Preise stärker unter Druck geraten, je unterschiedlicher die Länge der Entscheidungszyklen von Käufern und Verkäufern ist. Das Modell kann für Simulationen von verschiedenen Szenarien genutzt werden und könnte bei Regulatoren oder Investoren zur Analyse im Rahmen von Stresstests zum Einsatz kommen.