13.07.2015 | Märkte

Ausländische Direktinvestments in Industriestaaten gehen zurück

Die United Nations Conference on Trade and Development hat den diesjährigen World Investment Report veröffentlicht, in welchem sie die globalen Entwicklungen der ausländischen Investitionen analysieren. Weltweit sind die ausländischen Direktinvestitionen im vergangenen Jahr um 16 Prozent gegenüber 2013 gefallen, jedoch mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Gruppen und Regionen.
Die Investitionen in den Entwicklungsländern stiegen 2014 auf einen neuen Höchststand von 681 Mrd. US-Dollar und nahmen damit mehr als die Hälfte des analysierten Investitionsvolumens ein. Vor allem China konnte starke Kapitalzuflüsse verzeichnen und ist jetzt der weltweit größte Empfänger ausländischer Investitionen. Auch in Indien sind die Zuflüsse gestiegen. Hier war besonders die Automobilindustrie im Fokus der Investoren. In den Entwicklungsländern allgemein stiegen die Infrastrukturinvestments durch international tätige Unternehmen, es ist jedoch ein Trend zu regionalen Investitionen zu erkennen.


Quelle: UNCTAD

Die ausländischen Investitionen in Afrika blieben etwa auf dem Vorjahresniveau bei 54 Mrd. US-Dollar. Grund hierfür sind die geringen Rohstoffpreise und weniger grenzüberschreitende Unternehmensübernahmen. Der Dienstleistungssektor zieht viele ausländische Investoren an. Der Primärsektor ist allerdings prozentual immer noch 3 mal größer als in den Industriestaaten. Ein Großteil der Investitionen in Afrika stammt von multinationalen Unternehmen aus anderen Entwicklungsländern.


Quelle: UNCTAD

In den Industriestaaten fielen die ausländischen Direktinvestitionen um 28 % auf 499 Mrd. US-Dollar. Vor allem in den USA sind die Investitionen deutlich zurückgegangen, Kontinentaleuropa verzeichnete ebenfalls Mittelabflüsse. Großbritannien stellt hingegen eine Ausnahme unter den Industriestaaten dar. Die ausländischen Investitionen stiegen hier um 5,5 %.
Die Regulierungen weltweit zielten 2014 darauf ab, ausländische Investitionen zu erleichtern. Wenn es Beschränkungen gab, waren diese meisten durch Sicherheitsbedenken oder strategische Industrien, wie Transport, Energie und Verteidigung beeinflusst.

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