Mehrheit europäischer Investoren setzt nachhaltige Strategien um
Zwei Drittel institutioneller Investoren in Europa berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien in ihrem Investmentprozess. Zu diesem Ergebnis kommt Union Investment in einer europaweiten Studie, für die Investoren in Skandinavien, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien befragt haben.
In Deutschland berücksichtigen 60 % der Teilnehmer Aspekte der Nachhaltigkeit in ihren Investmententscheidungen und liegen damit leicht unter dem europäischen Durchschnitt. Der Portfolioanteil der ESG-geprüften Assets beläuft sich auf 33 % und liegt somit ebenfalls unter dem europäischen Durchschnitt von 39 %. Mit Blick auf die Asset-Klassen werden vor allem für Anlagen in Renten und Immobilien Nachhaltigkeitskriterien angewandt. Im Bereich der Alternatives und Rohstoffe liegt der Anteil der ESG-Assets unter 3 %. Die Mehrheit der europäischen Investoren setzt Nachhaltigkeit bei Aktieninvestments um. 
Quelle: Union Investment
Bei den verwendete Methoden stehen mit 54 % der Nennungen Ausschlusskriterien an erster Stelle. Danach folgen Positives Screening (47 %), Best-in-Class (41 %) und Negatives Screening (37 %). Active Ownership, bzw. Engagement werden mit 33 % am wenigsten umgesetzt.
Zwei Drittel der Befragten geht zwar davon aus, dass Klimapolitik und Klimaschutzanforderungen einen Einfluss auf die Kapitalanlage haben, dennoch ist der Anteil derjenigen, die mit keinen Auswirkungen rechnen, relativ hoch. Im Durchschnitt liegt der Anteil bei 33 %, in Deutschland bei 42 %. Dementsprechend niedrig ist der Anteil derer, die bereits Klimaschutzaspekte in ihren Portfolios berücksichtigt. Am wenigsten werden diese Aspekte in Deutschland integriert, der Anteil liegt bei 21 %. Über die Hälfte der deutschen Investoren wünscht sich zu diesen Aspekten Beratungsleistungen seitens der Asset Manager. Ähnlich hoch liegt der Beratungsbedarf allgemein zu dem Thema nachhaltige Kapitalanlage. Den Bedarf führen die Autoren unter anderem auf den Kenntnisstand zurück. 62 % der deutschen Investoren bewerten ihre Expertise als mittel bis sehr schlecht.
Quelle: Union Investment
Als weitere Hürden werden neben den ausbaufähigen ESG-Angeboten der Asset Manager, die mangelnde Nachfrage von Stakeholdern als ein Hauptgrund für die Nichtberücksichtigung nachhaltiger Anlagen genannt. Trotz zahlreicher wissenschaftlicher Studien über die guten Renditechancen von ESG-Anlagen, befürchten 44 % der Befragten eine schlechtere Performance. Hier heben die Autoren hervor, dass 54 % ESG-Assets aufgrund der guten Renditeerwartung berücksichtigen. Ebenfalls wird die Bedeutung weiterer Aufklärungsaktivitäten betont.
Das komplette Spektrum nachhaltiger Investments deckt die erstmals im Mai 2016 erschienene Fachpublikation Absolut|impact ab. Hierzu zählen Beiträge zu den Themen Benchmarking von Impact Investments, Performance-Auswirkungen von ESG-Faktoren, Strategien für nachhaltige Immobilieninvestments sowie das regulatorische Umfeld für nachhaltige Investitionen von Fondsgesellschaften. Der Absolut|impact als neue Plattform wird von nun an regelmäßig herausarbeiten, wie institutionelle Investoren eine positive Wirkung auf ihr Portfolio und die Gesellschaft als Ganzes kombiniert möglich machen können.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds und ETFs mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.