Mehr Investoren berücksichtigen Klimawandel in der Kapitalanlage
Eine im September publizierte Studie der französischen Nachhaltigkeitsagentur Novethic zeigt, dass eine immer größere Anzahl institutioneller Investoren mögliche Auswirkungen und Risiken des Klimawandels in ihrer Kapitalanlage berücksichtigen. Die dazu verfolgten Strategien lassen sich in vier Kategorien einteilen: aktives Engagement als Anteilseigner, Ausschlüsse, Green Investments und die Dekarbonisierung des Portfolios. Die Umfrage von Novethic im Juli hat gezeigt, dass über 800 Investoren mindestens eine dieser Strategien anwenden - 250 mehr als zu Beginn des Jahres. Der verbreitetste Faktor auf Anlegerseite ist dabei die Vermeidung von Kohlenstoffrisiken, also solchen Risiken, die auf einem hohen Exposure zu kohlenstoffintensiven Branchen und sogenannten Stranded Assets entstehen. Unter Stranded Assets werden Investments und Unternehmen verstanden, die in besonders hohem Maße von Kohlenstoff und Treibhausgasen abhängig sind und deren derzeitiges Geschäftsmodell nicht ohne weiteres mit dem Erreichen der 2-Grad-Grenze der Klimaerwärmung vereinbar ist. Dies betrifft hauptsächlich Unternehmen aus dem Öl- und Kohlesektor, aber auch solche mit Natur- und Erdgasfokus. In Bezug auf Stranded Assets reagieren Investoren immer häufiger mit Ausschlüssen oder Desinvestments.
Quelle: Novethic
Eine steigende Anzahl von Investoren geht aber auch auf Unternehmen zu und sucht den aktiven Dialog um entsprechenden Reporting oder Strategiepläne in Bezug auf die Folgen des Klimawandels einzufordern. Die Auswertungen von Novethic für den Ölsektor zeigen, dass die großen Unternehmen, wie Shell, BP, Statoil oder ExxonMobil zwar der Forderung nach entsprechendem Reporting nachkommen, allerdings nur selten mit einer Anpassung ihrer Strategie reagieren.
Quelle: Novethic
Eine weitere Strategie verfolgt das Ziel, eine kohlenstoffarme Wirtschaft durch Förderung von "grünen" Technologien zu erreichen. Die durch Desinvestment frei gewordenen Mittel werden hier in erneuerbare Energien oder Energieeffizienzprojekte anlegt. Dabei steht insbesondere der Fremdkapitalmarkt für Green Bonds vor einem Wachstumsschub, schreibt Novethic. Steigende Nachfrage von Investoren und zunehmende Standardisierung und Strukturierung dürften die Marktentwicklung begünstigten.
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