30.09.2015 | Research

Marktneutrale Smart-Beta-Ansätze zur Portfoliodiversifikation

Columbia Threadneedle hat in einer Analyse die Eignung verschiedener Smart-Beta-Strategien zur Portfoliodiversifikation untersucht, da klassische Diversifikation über Asset-Klassen nicht mehr ausreichend erscheint. Grund hierfür sind die makroökonomischen Entwicklungen seit der Finanzkrise, die zu einer stärkeren Verwebung der internationalen Finanzmärkte geführt haben. Die Autoren fokussieren sich auf die Ansätze Value, Momentum und Carry für die Asset-Klassen Aktien, Staatsanleihen und Währungen. Dabei wird von marktneutralen Ansätzen ausgegangen, so dass kein klassisches  Marktexposure aufgebaut wird. Für den Zeitraum 2004 bis 2014 ergeben sich niedrige Korrelationen der Smart-Beta-Ansätze untereinander, gegenüber dem S&P 500 sowie in Relation zum Barclays Aggregate Index. Im Mittel weisen die Strategien eine Korrelation zum Aktienmarkt von 2,33 % auf, wobei die Spanne von -38 bis +61 % reicht. Beim Barclays Aggregate sind es analog 2 % bei einer Spanne von -20 bis +49 %.


Quelle: Columbia Threadneedle

Wird ein klassisches Portfolio bestehend aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen um eine Smart-Beta-Komponente in Höhe von 20 % des Portfoliovolumens erweitert, verbessert sich das Rendite-Risiko-Profil auf Sicht der letzten zehn Jahre erheblich: Die Rendite steigt um 61 Basispunkte auf 6,34 %, während die Volatilität um 1,54 Prozentpunkte auf 7,41 % zurückgeht.  Auch die Extremverluste sinken um fast 7 Prozentpunkte auf 27 %.


Quelle: Columbia Threadneedle

Zuletzt untersuchen die Autoren, ob sich die Eigenschaften von Hedgefonds durch ein Smart-Beta-Overlay optimieren lassen, da Hedgefonds in den vergangenen Jahren keine hinreichenden Diversifikationsvorteile gegenüber klassischen Portfolios erbracht haben und die Korrelation zum Aktienmarkt vergleichsweise hoch war. Durch die Erweiterung eines reinen Hedgefondsexposures um ein gleichhohes Smart-Beta-Overlay konnte die Rendite um rund einen Prozentpunkt auf 4,25 % gesteigert werden, während Volatilität und Extremverluste deutlich reduziert wurden. Gleichzeitig sank die Korrelation zum Aktienmarkt.

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