29.08.2013 | Research

Management von Zinsänderungsrisiken in Risk-Parity-Portfolios

Eine im August erschienene Studie von Belvedere Advisors behandelt umfassend die Möglichkeiten des Managements von Zinsänderungsrisiken über Risk-Parity-Ansätze.  
Klassische risikogewichtete Ansätze für die Asset Allocation, die die vereinfachte Klassifizierung der Volatilität der Vermögensgegenstände als adäquates Investitionsrisiko betrachten, resultieren in der Regel in einer hohen Quote risikoarmer Anlagen. Aufgrund des negativen Zusammenhangs zwischen Anleihepreisen und Renditen, untersucht eine die aktuelle Analyse zwei verschiedene Arten risikogewichteter Portfoliokonstruktionen.
Das gesetzte Ziel war, eine möglichst niedrige Korrelation des Portfolios zu Anleihen aufgrund des Zinsänderungsrisikos zu erreichen. Während beim Standardansatz die Gewichtung der jeweiligen Anlagen in einer inversen proportionalen Beziehung zu ihrer Volatilität steht, werden beim erweiterten Modell, welches einen komplexeren Berechnungsalgorithmus der Portfoliogewichte beinhaltet, die Asset-Klassen mit einer durchschnittlichen Volatilität am höchsten gewichtet. Im ersten Fall resultieren somit hohe Gewichtungen risikoarmer Anlagen und entsprechend im zweiten Fall geringere Gewichte für risikoarme sowie besonders risikoreiche Asset-Klassen.


Quelle: Belvedere Advisors

Zur Bewertung der Modellansätze beinhaltet die Analyse eine Fallstudie, in der ein Backtest der jeweiligen Portfoliokonstruktionsmöglichkeiten mit Hilfe von drei Asset-Klassen durchgeführt wurde. Die Modelle wurden über einen Zeitraum von August 1997 bis August 2013 auf die drei Asset-Klassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe angewandt. Das Ergebnis des Backtests deutet bei der Betrachtung anhand des Anleiherisikos darauf hin, dass das mit Hilfe des erweiterten Modells konstruierte Portfolio erwartungsgemäß niedrigere Korrelationen zum Anleihesegment aufweist als der Standardansatz. Gleichzeitig jedoch resultiert eine höhere Korrelation mit Aktien und Rohstoffen.


Quelle: Belvedere Advisors

Die Performance beider Ansätze weist einen ähnlichen Verlauf auf, jedoch ist es dem erweiterten Modell gelungen, die Sensitivität hinsichtlich der Zinsveränderungen aufgrund der Reduktion des Risikobeitrags mit Hilfe der niedrigeren Anleiheallokation zu senken. Der Autor erwartet somit eine bessere Performance dieses Ansatzes im Falle eines Anstiegs des Zinsniveaus, unter der Annahme eines gleichbleibenden Umfeldes.


Lesen Sie hierzu auch unsere kürzlich veröffentlichte Analyse "Risk Parity: Schwarzer Schwan oder Strategieproblem?".


Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Risk Parity"
zurück