Lösung der europäischen Schuldenkrise existenziell für Stabilisierung der Finanzmärkte
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) äußert sich in ihrem im September veröffentlichten Quartalsbericht besorgt um die Stabilität der Finanzmärkte. Das signifikant gestiegene Kreditrisiko in einer Reihe entwickelter Staaten wirkt sich negativ auf die Finanzierungskosten des Bankensektors aus und destabilisiert damit das gesamte Finanzsystem. Mittelfristig hat daher die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte bei gleichzeitiger Rekapitalisierung der Finanzinstitute oberste Priorität. Parallel sinken die Wachstumsaussichten nicht nur in der europäischen Peripherie. Steigende CDS-Prämien reflektieren das zunehmende Länderrisiko sowie das steigende Kontrahentenrisiko im Bankensektor. Für einen Ausweg aus der europäischen Schuldenkrise muss eine Ausbreitung auf Italien und Spanien verhindert werden, das Eingreifen der EZB auf dem Sekundärmarkt im August scheint Investoren zunächst beruhigt zu haben.
Quelle: BIS (2011)
Die nächste Hürde in der Lösung der Schuldenkrise und der Stabilisierung des Finanzsystems liegt damit eher auf der politischen Ebene.
So äußert sich auch der Internationale Währungsfonds (IMF) in seinem halbjährlichen Global Financial Stability Report vom September. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Eurozone sei zwar die Bereitschaft die Probleme zu lösen vorhanden, ein mangelnder politischer Konsens verhindert jedoch derzeit noch eine Lösung. Insbesondere in der Eurozone ist die politische Entscheidungsfindung innerhalb und zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten die größte Hürde. Die Belastung des europäischen Bankensektors durch die Schuldenkrise der Peripheriestaaten beläuft sich Schätzungen des Währungsfonds zufolge seit 2010 auf insgesamt rund 200 Mrd. US-Dollar. Der unmittelbare Kapitalbedarf der Banken lässt sich daraus allerdings noch nicht ablesen. Gleichzeitig spricht sich der IMF für weiterhin niedrige Leitzinsen aus, mahnt aber auch ein rechtzeitiges Ende des Niedrigzinsumfelds an, um eine Verlagerung der Kreditversorgung in undurchsichtige Kanäle, wie Schattenbanken, zu verhindern.