20.10.2011 | Märkte

IMF untersucht Auswirkungen der Volatilität auf den Rohstoffmärkten

Im dritten Kapitel der September-Ausgabe des "World Economic Outlook" analysiert der International Monetary Fund ausführlich die Volatilität der Rohstoffpreise und gibt Empfehlungen für die Geldpolitik. Die steigenden Rohstoffpreise zeigen insbesondere bei Agrarrohstoffen negative Auswirkungen für die Bewohner ärmerer Regionen weltweit. Die vorliegende Analyse soll die regionalen Zentralbanken dabei unterstützen, einen Beitrag zur Minderung dieser Auswirkungen zu leisten.


Quelle: IMF

Die obenstehende Grafik zeigt den Anstieg der Nahrungsmittel- und Energiepreise seit der Finanzkrise 2008. Seit den historischen Tief im Jahr 2000 ist ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Real sind die Preise seit den 70er Jahren jedoch deutlich gesunken. Dennoch könnte ein vergleichbarer  Höchststand bei den Nahrungsmitteln, ausgelöst durch die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern, folgen, schreibt der IMF.


Quelle: IMF

Die Analyse zeigt, dass der Durchfluss globaler Inflation auf regionale Inflation bei Nahrungsmitteln und Energie in den Schwellenländern deutlich höher ist, als in den entwickelten Märkten. Dies liegt auch am größeren Anteil der Nahrungsmittel am Konsumkorb in den Schwellenländern. Der Median für diese Länder liegt bei 31 %, in den entwickelten Märkten bei 17 %. Gleichzeitig seien die Inflationsziele und -erwartungen in Schwellenländern weniger ausgeprägt. Folglich sind geldpolitische Maßnahmen für diese wichtiger, um die unerwünschten Nebenwirkungen steigender Rohstoffpreise zu mindern.


Quelle: IMF

Der IMF führt umfangreiche Simulationen zu den Auswirkungen von Rohstoffpreisschocks durch und kommt zu dem Ergebnis, dass Zentralbanken feste Inflationsziele definieren sollten, die losgelöst von der Entwicklung der Nahrungsmittel- und Energiepreise sind. Dies führe zu stabileren Inflationserwartungen. Bei Abweichungen durch Rohstoffpreisschocks könne so eine weniger restriktive Geldpolitik angewandt und der Output-Verlust verringert werden.

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