Liquider Zugang zum High-Yield-Markt über Bond-ETFs
Bond-ETFs konnten zuletzt starke Mittelzuflüsse realisieren, da sie insbesondere zu illiquiden Marktsegmenten einen kosteneffizienten Zugangsweg darstellen. Die fünf größten Produkte im Investment-Grade-Segment verwalten zusammen rund 46 Mrd. US-Dollar, dazu kommen rund 9 Mrd US-Dollar, die als Inventar von Market Makern gehalten werden, berichtet Fitch Ratings im August. Im High-Yield-Bereich summiert sich das Vermögen der fünf größten ETFs auf 28 Mrd. US-Dollar. Das Händler-Inventar liegt bei knapp 7 Mrd. US-Dollar. Rund 2 % des amerikanischen Corporate-Bond-Marktes wird von ETFs gehalten. Insbesondere in volatilen Marktphasen, wenn das Handelsvolumen schlagartig ansteigt, kann das Verkaufsverhalten auf ETF-Ebene auch Auswirkungen auf die zugrundeliegenden Anleihen haben, zeigt die Analyse von Fitch Ratings.
Quelle: Fitch Ratings
Im weniger liquiden High-Yield-Markt führen der Zentralbank von New York zufolge ausreichend große ETF-Orders zu einem negativen Preiseffekt. Die höhere Liquidität von ETFs gegenüber den Einzeltiteln führt demnach zu volatilerer Preisentwicklung im Anleihenmarkt. Fitch warnt, dass insbesondere in Stressphasen Verkäufe auf ETF-Ebene auch das Verkaufsverhalten in den zugrundeliegenden Anleihen beschleunigen könnte.
Quelle: Fitch Ratings
Ein weiteres Indiz für den Zusammenhang von ETFs und Einzeltiteln liefert der beobachtete Spread zwischen ETF-Preis und seinem Portfoliowert. In einem positiven Marktumfeld handeln High-Yield-ETFs häufig mit einem Premium über ihrem Nettoinventarwert, der Fitch zufolge die höhere Liquidität des ETF-Anteils entlohnt. In Stressphasen zeigt die Analyse jedoch, dass ETFs tendenziell eher mit einem Abschlag gegenüber dem Portfolio-NAV handeln.