11.09.2012 | Märkte

Kritik an überzogener Regulierung von Rohstoffderivaten

In einem Grundsatzpapier, das Ende Juni erschienen ist, bewertet Hilary Till vom Edhec-Risk-Institute die im Frühjahr von Finance Watch veröffentlichten Regulierungsvorschläge für Rohstoffderivate. Finance Watch hatte unter dem Titel "Investing not betting" Stellung zu den MiFID-2 Entwürfen der EU-Kommission bezogen und dabei unter anderem die inflationäre Wirkung von Rohstoffspekulationen über Derivate kritisiert. Edhec teilt die Bedenken von Finance Watch hinsichtlich steigender Rohstoffpreise, jedoch sind nach Auffassung Till's weitere Aspekte nicht zielführend und sogar schädlich.
So ist etwa die Forderung, Spekulanten dürften bestenfalls die Minderheit der Marktteilnehmer der Futuresmärkte stellen, durch Historie und Forschung nicht belegt. Einerseits sei eine klare Einteilung zwischen Spekulation und Hedging nicht möglich und andererseits ermöglicht das Auftreten von spekulativen Marktteilnehmern erst den Risikotransfer über den Futuresmarkt, schreibt Till. Sie argumentiert, dass ein überwiegend von Produzenten und Konsumenten dominierter Futuresmarkt deutlich sinkende Inventarbestände zur Folge hätte. Nicht immer sind Hedging-Käufer und Verkäufer im Gleichgewicht, zur Marktbalance sind Spekulanten daher notwendig.


Quelle: Edhec (2012)

Ein weiterer Kritikpunkt an Finance Watch ist deren Behauptung, Investitionen in Indexfonds hätten zu steigenden Rohstoffpreisen geführt. Dagegen argumentiert Till, dass beispielweise während der Ölpreis-Rally im ersten Halbjahr 2008 die Investitionen in Öl-Futurekontrakte sowohl OTC als auch börslich auf Indexebene rückläufig waren.

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