11.09.2012 | Research

Fiskaldisziplin in Schwellenländern besonders wichtig

Ein neues Arbeitspapier des Internationalen Währungsfonds untersucht Staatsanleihen von Schwellenländern und welche Bestimmungsfaktoren ihre Renditen beeinflussen. Während vorherige Studien überwiegend für ausländische Investoren platzierte Anleihen analysiert haben, konzentrieren sich die beiden Autoren Laura Jaramillo und Anke Weber ausschließlich auf Bonds, die in heimischer Währung begeben wurden. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Renditen in Zeiten niedriger globaler Risikoaversion großteils durch Inflation und Wachstumsprognosen erklärt werden können. Sinkt jedoch weltweit die Bereitschaft Risiken einzugehen, steigt der Erklärungsgehalt von Fiskaldefizit und Gesamtschuldenstand der Regierung. Mit steigender Risikoaversion nimmt die Bedeutung des Ausfallrisikos für das Niveau der geforderten Renditen also zu, während die makroökonomische Stabilität und Anfälligkeit der Wirtschaft für Schocks an Einfluss verliert.


Quelle: Jaramillo, Weber (2012)

Die Modelle der Autorinnen belegen, dass jeder Prozentpunkt um den die Schuldenquote steigt, die Renditen der analysierten Anleihen im Schnitt um 6 Basispunkte ansteigen lässt. Eine Verschlechterung des Haushaltsdefizits um einen Prozentpunkt führt zu einer Renditesteigerung von 30 Basispunkten. Es wird deutlich, dass es für die Höhe des geforderten Zinssatzes entscheidend auf das begebende Land ankommt, insbesondere, wenn die globale Risikobereitschaft sinkt.

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