24.07.2013 | Research

Kreditvergabe und Wachstum nach Finanzkrisen

Eine Research-Arbeit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) stellt fest, dass es bei der wirtschaftlichen Erholung nach Finanzkrisen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen geminderter Kreditvergabe und Wirtschaftswachstum gibt. Das Forschungsergebnis von Elod Takats und Christian Upper widerspricht damit der verbreiteten Auffassung, dass nach Finanzkrisen die Reduktion der Kreditvergabe vom Finanz- an den Privatsektor die konjunkturelle Erholung beeinträchtigt. In ihrer Analyse von 39 Finanzkrisen in den letzten drei Jahrzehnten finden die beiden Autoren keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Kreditvolumen und Wachstumsrate in den ersten zwei Jahren nach Ausbruch der Krise. Im dritten und vierten Krisenjahr belegt ihre Analyse zwar eine signifikante, aber nur sehr kleine Wechselwirkung.


Quelle: Takats, Upper (2013)

Größeren Einfluss auf die Struktur der konjunkturellen Erholung hat demnach die steigende internationale Wettbewerbsfähigkeit, etwa durch Abwertung der eigenen Währung. Deleveraging ist damit nicht per se schädlich für die konjunkturelle Erholung nach einer Finanzkrise. Als zweiten positiven Einfluss identifiziert die Autoren abnehmende öffentliche Verschuldung. Fiskalische Konsolidierung ist mit stärkerem Wachstum verbunden, allerdings in deutlich kleinerem ökonomischen Ausmaß als durch die Abwertung der Währung.

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