Klimawandel als Inflationstreiber
Klimabedingte Inflationsrisiken gewinnen für die strategische Kapitalanlage institutioneller Investoren an Bedeutung, zeigt eine Analyse des Institutes nachhaltige Kapitalanlage (NKI). Physische Klimafolgen, die fortbestehende Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Kosten der Transformation können das Preisniveau demnach dauerhaft beeinflussen. Für Portfolios rücken damit realer Kapitalerhalt, Zinsrisiken und die unterschiedliche Klimaexposition von Anlageklassen stärker in den Vordergrund.
Es werden drei miteinander verbundene Übertragungswege unterschieden: „Climateflation“ entsteht durch physische Folgen wie Dürren, Niedrigwasser und Ernteausfälle. „Fossilflation“ beschreibt Preisrisiken aus der Abhängigkeit von fossiler Energie, unter anderem infolge geopolitischer Risiken und Angebotsengpässen. „Greenflation“ umfasst Preiswirkungen der Dekarbonisierung, etwa durch höhere Rohstoffnachfrage, CO₂-Bepreisung und energetische Sanierung. Aktuelle empirische Studien deuten auf einen zunehmenden Einfluss steigender Temperaturen auf die Preisentwicklung hin. Eine von der Studie zitierte Untersuchung von Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der EZB prognostiziert bis 2035 einen möglichen jährlichen Anstieg der Lebensmittelinflation um 0,92 bis 3,23 Prozentpunkte sowie der Gesamtinflation um 0,32 bis 1,18 Prozentpunkte.
Für institutionelle Anleger könnte ein höheres und volatileres Inflationsniveau die Kapitalmarktplanung verändern. Nominal verzinste Anlagen stehen insbesondere bei steigender Teuerung unter Druck, während inflationsindexierte Anleihen einen gezielten Schutz der realen Rendite bieten können. Bei Aktien hängt die Widerstandsfähigkeit unter anderem von Preissetzungsmacht, Finanzierungskosten und Klimaexposition ab. Immobilien können über indexierte Mieten an Preissteigerungen partizipieren, zugleich beeinflussen höhere Zinsen sowie physische Risiken die Bewertung und Versicherbarkeit von Objekten. Die Studie hebt eine breite Diversifikation über Anlageklassen und Regionen sowie die differenzierte Betrachtung realer und nominaler Renditequellen hervor.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Klima und Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity, Sustainability Fixed Income und Sustainability Multi-Asset. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.