Kapitalmarktentwicklung, aktives Management und Outperformance
Eine Mitte April erschienene wissenschaftliche Arbeit untersucht die Performance von Investmentfonds in 30 Ländern anhand einer Vielzahl von Kriterien. Dabei gehen die Autoren der Universitäten Yale, Lissabon, Southern California und Texas auf den Status Quo der jeweiligen Kapitalmärkte, den Aktivitätsgrad der Manager und die Gebührenstruktur ein (siehe hierzu auch Absolut|report-News "Abhängigkeiten von Outperformance und Manageraktivität"). Die Arbeit ist somit eine der umfangreichsten, die bisher zur Kontroverse aktives vs. passives Management veröffentlicht wurde. Als Datengrundlage verwenden Autoren die Fonds der Lipper-Datenbank zwischen 2002 und 2007.
Quelle: Cremers, Ferreira, Matos, Starks (2011)
Die Arbeit kommt zu einer Reihe von interessanten Ergebnissen. Zunächst ist der Active Share von Fonds mit Länder- oder Sektorbezug deutlich geringer, als der Active Share breiter investierender Fonds. Das öffentliche Angebot passiven Managements hat direkte Auswirkungen auf Kosten und Qualität aktiven Managements. So zeigt sich in Ländern mit wenig direkten Indexinvestments ein Trend der Industrie hin zu Portfolios nah an der Benchmark (implicit indexing). Dies führt zu weniger Konkurrenz und höheren Kosten. In Ländern mit hohem Angebot an Indexfonds und ETFs (explicit indexing) ist der Gebührendruck auf aktives Management höher und die Gebühren somit niedriger. Druck von passiven Investments führt zu einem höheren Active Share der aktiven Fonds. Dies ist besonders beachtenswert, da die Autoren wie die Arbeiten von Cremers, Petajisto (2009) und Petajisto (2011) einen signifikanten positiven Zusammenhang von Aktivität und Outperformance finden.
Quelle: Cremers, Ferreira, Matos, Starks (2011)
Für Investoren rund um den Globus sorge eine Ausweitung des Active Share um eine Standardabweichung durchschnittlich für eine Erhöhung der indexadjustierten Rendite um 0,94 % p.a. und eine Erhöhung des Alpha um 0,50 % p.a.
Die Arbeit gibt Investoren somit einen tiefgehenden Einblick in die Voraussetzungen für Outperformance von aktivem Management.