04.07.2011 | Research

Investitionsentscheidung und Portfoliostruktur von Staatsfonds

Eine im Februar 2011 veröffentlichte Research-Arbeit der University of Chicago untersucht die Portfoliostruktur von Staatsfonds (SWF) mit Hilfe eines Datensatzes für SWF-Investitionen in Private Equity, private Unternehmen und Immobilien. Die Autoren Alexander Dyck von der University of Toronto und Adair Morse von der University of Chicago kommen zu dem Ergebnis, dass Staatsfonds zwar diversifiziert in verschieden riskante Asset-Klasse investieren, ihre Portfolioallokation aber starke Verzerrungen hinsichtlich der eigenen Heimat und hinsichtlich bestimmter Industriesektoren aufweist. Staatsfonds investieren demzufolge sowohl in börsennotierte Unternehmen wie auch in Private Equity, jedoch konzentrieren sich die Investitionen hauptsächlich auf Unternehmen der Finanz-, Transport-, Energie- und Telekommunikationssektoren in der eigenen Heimatregion.


Quelle: Dyck, Morse (2011)

Darüber hinaus testen die Autoren den Datensatz auf die dahinterstehende Investmentabsicht. Sie unterscheiden zwischen reinen renditestabilisierenden Portfolioinvestitionen und strategischen Investitionen, bei denen der Staat versucht aktiv planerisch einzugreifen. Während Portfolioinvestitionen nur einen geringen Teil der Streuung in SWF-Portfolios erklären, besitzen strategische Investitionen für einen signifikanten Teil der Streuung eine hohe Aussagekraft. Ob Beteiligungen an privaten Unternehmen allerdings der richtige Weg staatlicher Einflussnahme sind, lässt sich mit einer reinen Portfolioanalyse nicht beantworten. Der politische Einfluss auf Investmententscheidungen von Staatsfonds lässt sich in der Portfoliostruktur jedoch zweifellos nachweisen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
zurück