Kapazitätsgrenzen von Smart-Beta-Strategien
Ein Forscherteam um Andrew Ang von BlackRock hat in einem Research-Papier die Kapazitätsbeschränkungen gängiger Smart-Beta-Strategien durch Transaktionskosten untersucht. Hierzu betrachten die Autoren die Faktoren Momentum, Min-Vol, Quality, Value, Size sowie eine Multi-Faktor-Kombination. Zur Abschätzung der Kapazitätsgrenze, die sich aus Handelskosten ergibt, wird untersucht, ab welchem Volumen die Umschlagskosten der Strategie so hoch werden, dass sie die geschätzte Faktorprämie vollständig aufzehren. Für die Annahme, dass Portfolioumschichtungen binnen eines Tages vollständig durchgeführt werden müssen, ergibt sich für die Strategie mit der geringsten Kapazität, Momentum, ein maximales Volumen von 65 Mrd. US-Dollar. Der Size-Faktor weist mit 5,1 Billionen US-Dollar die höchste Kapazitätsgrenze auf. Angesichts der vielen getroffenen Annahmen sollten diese Zahlen jedoch nicht wörtlich genommen, sondern dahingehend interpretiert werden, dass Handelskosten keine engen Kapazitätsbeschränkungen für Smart-Beta-Strategien darstellen. Aktuell umfasst das Universum der US-Smart-Beta-Produkte ein Gesamtvolumen von 225 Mrd. US-Dollar.
Quelle: Ratcliffe, Miranda, Ang, 2016
Ein wichtiger Einflussfaktor für die Kapazitätsgrenze der Strategien ist die Turnover-Rate. Verringert sich die Turnover-Rate um 10 %, so führt dies im Mittel zu einer Ausweitung der Kapazität einer Strategie um 60 %. Werden Portfolio-Anpassungen nicht binnen eines Tages, sondern verteilt über 5 Tage umgesetzt, steigert sich die Kapazität aller Strategien erheblich. Grund hierfür ist, dass der Market Impact der Transaktionen wesentlich geringer ausfällt.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Vergleichsgruppen.