12.03.2019 | Research

Integration von Klimarisken ins CAPM

Zwei Autoren der ETH Zürich stellen in einem Working Paper ein dynamisches Asset-Pricing-Modell vor, das die Auswirkungen von Klimakatastrophen berücksichtigt. Dazu verknüpfen sie Treibhausgasemissionen und die Eintrttswahrscheinlichkeit von extremen Klimaereignissen. Die Autoren konstruieren ein Portfolio aus risikolosen Bonds und Aktien mit grünem und "braunem" Emissionsprofil. Physische Risiken des Klimawandels wirken sich auf alle Assets aus, während die transitorischen Risiken, bspw. durch Regulierung von Emittenten, nur auf das braune Asset wirken. Je höher der Anteil von braunen Assets im Portfolio ist, desto höher die endogene Wahrscheinlichkeit eines extremen Klimaereignisses, das physische und transitorische Folgen hat.


Quelle: Christos Karydas, Anastasios Xepapadeas

Im ersten Szenario betrachtet der Investor den Klimawandel als exogenen Einfluss. Hier zeigen die Autoren, dass Klimarisiken eine positive und im Zeitablauf wachsende Prämie darstellen: von 0,2 % p.a. im Jahr 2010 bis zu 0,5 % p.a. am Ende des Jahrhunderts. Den größten Einfluss haben wie in herkömmlichen Modellen makroökonomische Risiken. Im zweiten Szenario wird der Klimawandel als Teil der Allokationsentscheidung aufgefasst. Im Worst-Case-Szenario des IPCC werden alle "braunen" Assets bis 2100 zu Stranded Assets. Die Autoren zeigen, dass dieser Investor sein Exposure zu braunen Assets verglichen mit dem Marktportfolio um rund 6 % reduziert. Unter der Annahme einer Carbon Tax, die ökologische Externalitäten besteuert, sinkt der Portfolioanteil emissionsintensiver Assets schließlich auf Null.


Quelle: Christos Karydas, Anastasios Xepapadeas

Die beiden Autoren schlussfolgern, dass die langfristigen Risikoprämien, neben der makroökonomischen Entwicklung, auch wesentlich vom Klimawandel beeinflusst werden. Zwar dominieren zu Beginn der Analyse ökonomische Einflüsse, mit wachsenden Emissionen gewinnen im Zeitablauf aber ökologische Auswirkungen signifikant an Gewicht.


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