Institutionelle Nachfrage treibt ETF-Wachstum
Zwar hat sich das jährliche Wachstum am ETF-Markt vom 10-Jahres-Durchschnitt in Höhe von 25 % auf 15 % verlangsamt, doch vor allem in Asien geht der Trend mit jährlichen Zugewinnen von 20-30 % ungebrochen weiter. In Europa dagegen wird mit einem durchschnittlichen Wachstum von 15-20 % gerechnet. Neben der Reputation des Anbieters und den Kosten, wird insbesondere die Liquidität der Produkte zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Ernst & Young hat in einer weltweiten Umfrage unter 60 Marktakteuren im ETF-Segment die Entwicklungen und Perspektiven dieser Assetklasse untersucht. Aktuell gibt es über 5.000 ETPs von 215 Anbietern an 58 Börsen, die insgesamt 2,3 Billionen US-Dollar verwalten, ein Großteil davon in den USA.
Quelle: Ernst & Young
In Europa stellt die Fragmentierung des Marktes die Anbieter vor Herausforderungen. Eine Zentralisierung des Settlements würde große Potenziale eröffnen, was jedoch noch viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Der Fokus der Anbieter liegt stark auf Produktinnovationen, wenn auch genauer auf die Bedürfnisse der Investoren abgestimmt als in der Vergangenheit, beispielsweise in den Segmenten High Yield, Emerging Markets, Rohstoffe und Smart Beta. Die Dominanz der großen Anbieter wird auf absehbare Zeit erhalten bleiben, welche angesichts enger Margen auch in keinen verschärften Preiswettbewerb untereinander treten. Neue Anbieter beschränken sich dagegen eher auf Nischenmärkte, als direkte Konkurrenzprodukte zu entwickeln.
Quelle: Ernst & Young
Langfristig werden institutionelle Investoren als wichtigste Kundengruppe angesehen, wohingegen es schwierig ist, Privatanleger in großem Umfang für ETFs zu gewinnen, schlussfolgert die Studie. An der regulatorischen Front wird vor allem die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Europa gefürchtet, die steigende Kosten und abnehmende Liquidität nach sich ziehen würde.