18.11.2008 | Studie

Institutionelle Anleger wollen Risikomanagement verbessern

Die Union Investment hat zum dritten Mal eine Studie zum Anlageverhalten und der Risikoneigung professioneller Investoren durchgeführt. Die Analyse basiert auf einer Umfrage, bei der über einen Zeitraum von drei Monaten 164 Groß-Investoren (Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Unternehmen und Stiftungen) im In- und Ausland mit einem Gesamtanlagevolumen von rund 936 Milliarden Euro befragt wurden.

Demnach dominiert derzeit das Kriterium Sicherheit die Kapitalanlageentscheidungen institutioneller Investoren. Besonders ausgeprägt ist das Sicherheitsbedürfnis bei deutschen Anlegern. 74 Prozent der befragten Investoren sehen darin den wichtigsten Aspekt ihrer Anlageentscheidungen, gegenüber 23 Prozent vor einem Jahr. Die geringste Priorität messen die institutionellen Investoren aktuell der Liquidität bei. Nur 9 Prozent wählten diese als wichtigsten Aspekt, gegenüber 50 Prozent im Jahr 2007.

Da 55 Prozent der Befragten angeben, das Risiko ihrer Anlagen komplett über den Value-at-Risk (VaR) abzubilden, untersucht Professor Heiner Schierenbeck von der Universität Basel im zweiten Teil der Studie, inwieweit die Weiterentwicklung der Risikoquantifizierung auf Basis des gängigen VaR-Modells zu einer Optimierung der Ertragchancen führen kann. Als Schwachstellen des Standardmodells identifiziert er die schwache Reaktionsfähigkeit auf sich schnell verändernde Marktsituationen, die starke Vergangenheitsbezogenheit der Daten sowie die mangelnde Berücksichtigung von Extremrisiken.

Seine Arbeit kommt zu dem Resultat, dass durch eine stärkere Berücksichtigung von Ereignissen, die weniger weit in der Vergangenheit liegen eine bessere Risikoquantifizierung möglich ist. Sehr gute Ergebnisse bezüglich einer stärkeren Zukunftsbezogenheit liefert außerdem die Berücksichtigung der aus Optionspreisen abgeleiteten impliziten Volatilität auf Basis des VDAX. Eine Implementierung der Extremwerttheorie offenbart eine gute Möglichkeit der Verknüpfung von Risikohöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Durch die Anwendung der beschriebenen Ansätze könne, so Professor Schierenbeck, das Risikobudget besser ausgenutzt werden und sich so die erwartete Überschussrendite institutioneller Portfolios um bis zu einem Drittel steigern.

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