18.11.2008 | Research

Hedgefonds- und Private-Equity-Strategien im deutschen Aktienmarkt

Hedgefonds und Private Equity (PE) Fonds verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle bei Beteiligungen an Unternehmen und suchen ihre Zielunternehmen dementsprechend nach unterschiedlichen Kriterien aus. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der TU München und der Universität Bonn über die Aktivitäten von Hedge- und PE-Fonds am deutschen Aktienmarkt, die unter der Leitung von Prof. Ann-Kristin Achleitner durchgeführt wurde. Als Datenbasis dienen 96 Hedgefonds- und 57 Private Equity-Beteiligungen an deutschen Unternehmen zwischen 1998 und 2007. Um systematische Kriterien für die Unternehmensauswahl zu untersuchen, wird ein binomiales Logit-Regressionsmodell verwendet. Die Autoren kommen zu folgenden Ergebnissen:

- Hedgefonds gehen überwiegend Minderheitsbeteiligungen ein und der Investitionshorizont ist eher kurzfristig. Oft wird das Ziel einer Dividendensteigerung verfolgt, welche durch eine Reduktion der Agency-Kosten im Zusammenhang mit den Free Cash Flows des Unternehmens entsteht. Ziel sind deshalb auch Unternehmen mit hohen F&E-Aufwendungen, da eine Kürzung dieser Mittel direkt Free Cash Flow erzeugt, wodurch der Unternehmenswert steigt. Zielunternehmen von Hedgefonds haben oft ein etabliertes Management und geringe Monitoring-Aufwendungen oder sind stark mit M&A-Aktivitäten verbunden.

- PE-Fonds streben Mehrheitsbeteiligungen an und der Investitionshorizont ist eher langfristig. Zielunternehmen zeichnen sich durch stabile Cash Flows, geringe Wachstumserwartungen und geringe F&E-Aufwendungen aus. Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sie sich gut zu einer Erhöhung des Verschuldungsgrades. Oft haben diese Zielunternehmen eine geringe Managementqualität und daher hohe Agency Kosten, sowie einen hohen Trennungsgrad von Eigentum und Kontrolle. Durch ihre Expertise in operationaler Unternehmensführung generieren PE-Fonds so Erträge bei der Übernahme. Zielunternehmen haben oft eine gering konzentrierte Eigentümerschaft, was die Durchsetzung der Investitionsziele erleichtert. Darüber hinaus dienen PE-Fonds als Exitoption für Eigentümer großer Unternehmensanteile wie Familien oder institutionelle Investoren.

Die Autoren schließen mit dem Hinweis, dass weiterer Forschungsbedarf über die langfristige Wirkung von Hedge- und PE-Fonds-Beteiligungen besteht, z.B. wie sich die Fundamentaldaten der Unternehmen entwickeln oder ob ein Vermögenstransfer von Fremd- zu Eigenkapitalgebern stattfindet.

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