17.11.2008 | Research

Analyse des US-Programms zur Reaktion auf die Finanzkrise (TARP)

Das Trouble Asset Relief Program (TARP), welches den Kauf notleidender US-Immobilienkredite und umfangreiche Hilfsmaßnahmen für den US-Finanzsektor vorsieht, wurde am 03. Oktober 2008 verabschiedet. Jedoch sieht sich das Programm Kritik von verschiedenen Seiten ausgesetzt, die in erster Linie auf die Eignung von TARP zur Behebung der Finanzkrise abzielt. Eine Zusammenfassung von Kritikpunkten und Lösungsvorschlägen stellt das aktuelle Working-Paper "The Financial Crisis of 2008: What needs to happen after TARP" von Prof. C. R. Harvey von der Fuqua School of Business der Duke University dar.

Hauptkritikpunkte sind, dass der Hilfsfonds für den Aufkauf notleidender Aktiva von Banken zu hohe Preise für diese Aktiva zahlt, und dass den Banken zu leichtfertig Eigenkapital und Garantien in Verbindung mit dem Aktivakauf zur Verfügung gestellt würden. Desweiteren beanstandet der Autor die eventuell unzureichende Kapitalisierung des Hilfsfonds, mangelndes Personal zur Bearbeitung von Insolvenzen und das Ausbleiben von Maßnahmen, die das Übergreifen der Finanzkrise auf die realwirtschaftlichen Sektoren verhindern. Das Working-Paper schließt mit Lösungsvorschlägen zur Behebung der genannten Probleme, z.B. durch die Bildung eines Bank Capitalization Fund (BCF) und dem Kauf von Aktiva zu Preisen, die zwischen den aktuellen Marktpreisen und den gegenwärtig gezahlten Hold-to-Maturity-Preisen liegen.

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