14.08.2014 | Märkte

Infrastrukturinvestments eröffnen Chancen für Versicherer

Infrastrukturinvestments passen aufgrund ihrer langen Laufzeit, attraktiver Renditen, geringer Ausfallraten und niedriger Korrelationen mit anderen Asset-Klassen gut zu den Bedürfnissen von Versicherungsunternehmen. Angesichts des Niedrigzinsniveaus schätzt eine Marktanalyse von Standard & Poor’s die längerfristige Zielallokation dieser Investments auf rund 3 % des weltweiten Anlagevermögens von Versicherern; aktuell sind es nach Angaben der Ratingagentur noch ca. 2 %. Jedes Jahr könnten so 80 Mrd. US-Dollar in das Segment fließen und damit die bestehende Finanzierungslücke von einer halben Billion US-Dollar verringern.


Quelle: S&P

Aktuell lassen sich mit langfristigen Infrastrukturinvestments Renditen von vier bis fünf Prozent pro Jahr erzielen, ein deutlicher Aufschlag gegenüber qualitativ gleichwertigen Staats- oder Unternehmensanleihen, welcher in der Illiquiditätsprämie begründet liegt. Gleichzeitig ist die langfristige Ausfallrate mit 1,5 % rund 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Corporate-Bereich, schreibt die Ratingagentur. Darüber hinaus haben sich Infrastrukturinvestments etwa zwischen 2007 und 2009 als krisenresistenter erwiesen. Allerdings ist für Versicherer problematisch, dass ein Großteil der Investments Greenfield-Projekte sind für die kein Track Rekord für stabile Cash Flows verfügbar ist. Auch besteht kein nennenswerter Sekundärmarkt und das Benchmarking ist angesichts des Fehlens relevanter Indizes herausfordernd. Mangels Expertise in Bereichen wie beispielsweise Konstruktionsrisiken dürften gerade kleinere Versicherer eher über Anleihen oder Fonds in dem Segment investieren.


Quelle: S&P

Strengere Kapitalvorschriften durch Solvency II könnten das Engagement von Versicherungen im Infrastrukturmarkt behindern. Ebenfalls negativ können sich Schwierigkeiten bei der Risikobewertung sowie das generelle Fehlen geeigneter Infrastrukturprojekte auf das Engagement von Versicherungsunternehmen im Markt für Infrastrukturinvestments auswirken.

Absolut Research analysiert die besten Asset Manager für Anlagen in börsennotierte Infrastruktur jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in der Kategorie Listed Alternatives - Listed Infrastructure. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 22 Sub-Kategorien mit 80 Asset-Klassen.

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