31.01.2023 | Research

Indikator des Sovereign Default Risk

Ein Team um Chukwuma Dim von der Frankfurt School of Finance & Management hat in einem Research Paper über eine Natural-Language-Processing-Technik einen Indikator für die Abschätzung staatlicher Default-Risiken (NSRI) entwickelt. Dieser wertet mehr als 10 Mio. Nachrichtenartikel zu sozioökonomischen, politischen und Finanzthemen für über 100 Staaten aus und dient damit als hochfrequentes Maß für das Ausfallrisiko der Staaten, insbesondere derer, für die es keine marktbasierten Daten wie CDS Spreads gibt.


Die Autoren zeigen, dass der NSRI stark mit den CDS Spreads korreliert, künftige Downratings prognostiziert und Informationen abbildet, die nicht vollständig in den CDS Spreads enthalten sind. Beispielsweise geht eine Ausweitung des NSRI um eine Standardabweichung mit einer Erhöhung des Downgrade-Risikos um 15 bis 22 % einher – unter Berücksichtigung diverser globaler und lokaler Makro-Finanz-Variablen. Damit kann der Index die Nutzung von CDS Spreads ergänzen, wo diese vorhanden sind, bzw. als eigenständiger Proxy in Ländern genutzt werden, für die keine marktbasierten Daten zum Ausfallrisiko zur Verfügung stehen.



Quelle: Dim, Koerner, Wolski, Zwart, 2022


Im nächsten Schritt wird untersucht, wie Ausfallrisiken den Aktienmarkt beeinflussen. Bei einem Anstieg des NSRI um eine Standardabweichung mit einem Rückgang der wöchentlichen Aktienmarktrendite um 7,1 Basispunkte. Dabei neigt der Markt dazu, bei einem Anstieg des Risikos zu übertreiben, was durch einen Anstieg der Rendite in der Folgewoche deutlich wird. Dies gilt allerdings weniger für Länder mit angespannter Finanzierungslage, in denen der Rückgang des Aktienmarktes persistenter ist. Dabei fällt die Überreaktion bei globalen Ausfallsorgen höher aus als bei länderspezifischen, was die Bedeutung globaler Faktoren für die Bepreisung lokaler Assets unterstreicht.



Quelle: Dim, Koerner, Wolski, Zwart, 2022

 

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