Implementierung von Value-Strategien in Aktienportfolios
Der Risikofaktor Value kann durch unterschiedliche Konstruktionsverfahren in Portfolios implementiert werden. MSCI beschreibt in einer im Juli veröffentlichten Analyse drei Methoden mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen und geht auf verschiedene Kennziffern ein, um den Value-Charakter einer Aktie bemessen zu können. Alle Indikatoren bzw. Kennziffern, wie Kurs-Buchwert- (B/P), Kurs-Gewinn- (E/P) oder Kurs-Umsatz-Verhältnis, weisen demnach unterschiedliche Vorzüge auf. Während das Kurs-Buchwert-Verhältnis im Zeitablauf relativ stabil bleibt, aber vergangenheitsorientiert ist und mit gewissen Sektorverzerrungen einhergeht, ist es beim Kurs-Gewinn-Verhältnis genau umgekehrt. Nach Ansicht der Autoren ist es daher sinnvoll für ein Value-Portfolio, unterschiedliche Kennziffern zu kombinieren, was einerseits deren geringe Korrelation nutzt und andererseits die Performance des Portfolios steigert.
Quelle: MSCI
Es gibt derzeit drei Generationen von Value-Indizes. Die klassischen Style-Indizes, die seit den 1980er Jahren berechnet werden, sind nach Marktkapitalisierung gewichtet. Nachteile dieser Konstruktionsweise sind einerseits das geringe tatsächliche Faktor-Exposure und andererseits erhebliche Sektor-Biases. Die zweite Generation stellen die seit den 2000er berechneten Fundamentally Weighted Indizes dar. Vorteilhaft bei diesen Indizes ist der geringe Tracking Error in Kombination mit hoher Investment-Kapazität. Auch hier finden sich jedoch Sektorverschiebungen sowie unerwünschte Exposures zu anderen Faktoren.
Quelle: MSCI
Die jüngsten Faktorindizes sind die 2014 gelaunchten Enhanced Value Indexes. Bei deren Konstruktion wird neben der Kombination verschiedener Value-Kennziffern darauf geachtet, die Sektorzusammensetzung des Benchmark-Index widerzuspiegeln. Dem höchsten Exposure zum Value-Faktor der drei Indexkonzepte steht allerdings auch ein deutlich erhöhter Tracking Error in Kombination mit ausgeprägteren Drawdowns gegenüber. Gerade für High-Capacity-Investoren kann die stärkere Konzentration auf weniger Titel zudem ein Investitionshindernis sein.
Absolut Research analysiert jeden Monat in der neuen Publikation Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity die besten Asset Manager mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Vergleichsgruppen.