Implementierung von Solvency II
Zwei aktuelle Publikationen liefern wichtige Hinweise für Versicherungsunternehmen zur Implementierung von Solvency II. So stellt ein Anfang September erschienener Research Report der Partners Group ein Modell vor, mit dem sich der Stressfaktor von Private Equity berechnen lässt. Dies kann zu einer präziseren Risikoeinschätzung dieser Asset-Klasse und damit zu deutlich reduzierten Kapitalkosten führen. Das Unternehmen widerspricht der Eignung des LPX 50 Index - ein Index auf die Aktien von Private-Equity-Unternehmen - als geeignete Benchmark für Private Equity. Als Alternative wird die Verwendung des Thomson Reuters Private Equity Index vorgeschlagen. Basierend auf den Ergebnissen eines Autoregressive-Moving-Average-(ARMA)-Modells wird dann der Value at Risk bzw. der Stressfaktor für Private Equity bestimmt.
Quelle: Partners Group
Dieser betrage nach aktueller Schätzung unter 30 %, im Gegensatz zu den bisher veranschlagten 49 % im Standardmodell. Versicherungsunternehmen sollten unter Solvency II daher interne Modelle für Private-Equity-Investments verwenden.
Auch die Deutsche Bank widmet sich in einem Report einem interessanten Aspekt von Solvency II, nämlich den Wechselwirkungen mit der überarbeiteten Bankenregulierung, die unter dem Begriff Basel III zusammengefasst wird. Die EU setzte ihre politischen Interessen u.a. über Solvency II durch, indem Anlagen in Staatsanleihen systematisch bevorzugt werden. Die neuen Anforderungen für Banken unter Basel III liefern hingegen Anreize langfristige Anleihen zur Refinanzierung zu nutzen. Da Versicherungen wichtige Anleger in Bankanleihen sind, stehen diese Anreizsysteme im strengen Gegensatz. Bis zur endgültigen Verabschiedung der neuen Regelungen sollten Wechselwirkungen daher genau untersucht werden, fordert die Deutsche Bank.
Quelle: Deutsche Bank