10.07.2014 | Studie

Immobilienquote der Versicherungswirtschaft steigt weiter an

Die erwartete Rendite bei Immobilieninvestments ist in den vergangenen drei Jahren stetig zurückgegangen und liegt aktuell für direkte Investments bei 4,4 % und für indirekte bei 5,0 %. Dennoch gehen mehr als die Hälfte der von Ernst & Young in einer Studie befragten Assekuranzen davon aus, dass die Immobilienquote 2014 weiter ansteigen wird. Als Grund dieser Entwicklung werden von 68 % der Befragten die Verpflichtungen aus dem Garantiezins angegeben. Aktuell liegt der Anteil von Real Estate Investments bei 7,3 % der Kapitalanlagen. Insgesamt halten die Versicherungen im Schnitt knapp 2,5 Mrd. Euro in direkten oder indirekten Immobilien. Dieser Wert steigt netto im Laufe des Jahres um weitere 100 Mio. Euro je Versicherung an, auch wenn sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr verlangsamt.


Quelle: Ernst & Young

Die beliebteste Anlageform im Segment ist der fremdgenutzte Direktbestand. Auch in alternative Produkte, etwa Real-Estate-Debt-Fonds, wird gerne investiert. Offene Immobilienfonds dagegen haben in ihrer Beliebtheit verloren. Die meisten Zukäufe werden in Deutschland erwartet, gefolgt von Europa Core/Core+. Generell ist zu beobachten, dass die Risikobereitschaft der Versicherungen abnimmt und Core-Objekte die beliebteste Risikoklasse darstellen. Mit Abstand werden die meisten Neuerwerbungen in den Bereichen Büro- und Einzelhandelsimmobilien sowie Wohnobjekten geplant, dahinter liegen Logistik- und Infrastrukturprojekte. Die geplante Einführung der Mietpreisbremse wird sich nach den Investorenerwartungen allerdings zukünftig negativ auf die Wohnimmobilieninvestments auswirken.


Quelle: Ernst & Young

Auffällig ist, dass eine Mehrheit der Investoren nicht bereit ist, für Immobilien mit Nachhaltigkeitszertifizierung einen höheren Preis zu zahlen. Nur 11 % der Befragten erklärten sich dazu bereit, während knapp 30 % dies ablehnen. Zunehmende internationale Konkurrenz auf dem deutschen Immobilienmarkt führt dort zu einem Verdrängungswettbewerb. Trotz hoher Preise der Objekte werden Immobilienaktien mehrheitlich nicht als attraktive Alternative angesehen.

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