10.05.2010 | Report

IMF zur Regulierung von systematischen Risiken und OTC-Derivaten

Aufgrund der Finanzkrise wird derzeit eine Vielzahl von möglichen Neuregelungen für das Finanzsystem diskutiert. Im Kern geht es um die frühzeitige Entdeckung und Eindämmung systemgefährdender Risiken, wie sie beispielsweise durch den Zusammenbruch systemrelevanter Institute wie z.B. Lehman Brothers, oder durch die Konzentration von Risiken auf einzelne Marktteilnehmer, wie im Fall der AIG, auftreten können. Der im April erschienene "Global Financial Stability Report" des International Monetary Fund (IMF) analysiert mögliche Lösungsvorschläge und deren Vor- und Nachteile.

Der IMF schätzt die aktuellen Forderungen nach der Überwachung systematischer Risiken durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden als nicht weitreichend genug ein. Es sei ein fester Handlungskatalog bei Risikoereignissen notwendig, da die aktuellen Vorschläge insbesondere die Anreize für die Aufsicht nicht berücksichtigten. Darüber hinaus werden zwei Ansätze für die Eigenkapitalanforderungen vorgestellt, die durch Ratings der Aufsicht bzw. anhand des individuellen Risiko-Exposures ausgerichtet werden sollen und dabei die Prozyklizität der aktuellen Anforderungen umgehen.


Quelle: IMF

Ein eigenes Kapitel ist der Regulierung von OTC-Derivaten gewidmet. Deren ausstehendes Nominalvolumen beträgt laut IMF rund 600 Billionen US-Dollar. Eine Kontrolle der systematischen Risiken dieser Derivate sei nur über  sog. OTC Derivative Central Counterparties (OTC CCPs) möglich. Allerdings würde das notwendige Collateral OTC-Transaktionen deutlich verteuern. Auch sei unbedingt eine internationaler Ansatz notwendig, bei dem lokale Aufsichtsbehörden die CCPs regulieren, dabei jedoch internationalen Standards unterlägen. Ansonsten wären Standortarbitrage und das Verstecken von Risiken in ausländischen Sub-Unternehmen möglich.


Quelle: IMF

Ein weiterer Beitrag des aktuellen Reports analysiert die weltweite Liquiditäts- Expansion und die Auswirkungen auf die Zielländer dieser Liquidität. So führen besonders in den Schwellenländern höhere Zinsen und Wachstumserwartungen zu einem zunehmenden Liquiditätsstrom. Dieser trage zu einer Erhöhung der Asset-Preise und Inflationssteigerung bei. Der IMF schlägt zur Problemlösung u.a.  flexiblere Wechselkurse vor.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
zurück