Ausfallraten von Private-Equity-finanzierten Unternehmen
Die globale Rezession hat die Ausfallraten von Unternehmen erhöht. Damit stellt sich die Frage, ob sich die Ausfallraten von Private Equity finanzierten Unternehmen von denen unterscheiden, die nicht über Private Equity finanziert sind. Eine aktuelle Research-Arbeiten des US Private Equity Council untersucht 3.200 US-Unternehmen, die Gegenstand einer Buyout-Transaktion zwischen 2000 und 2009 waren und während der Finanzkrise 2008/2009 in den Portfolien der Investoren waren.
Der Autor kommen zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Ausfallrate von Non-Investment-Grade-Unternehmen 6,17 % betrug, für die Private-Equity-finanzierten Unternehmen jedoch nur 2,8 %.
Demnach scheinen Unternehmen, die einen Private-Equity-Investor an Bord haben, deutlich seltener auszufallen. Die Gründe für die unterschiedlichen Ausfallraten werden nicht näher untersucht. Das Paper enthält zudem eine Analyse vorangegangener Arbeiten zu diesem Thema.
Quelle: Private Equity Council
Auch die British Private Equity and Venture Capital Association (BVCA) beschäftigt sich mit dem diesem Thema und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, geht allerdings ausführlich auf Unterschiede in den Ausfallraten und auf den Distressed- und Restructuring-Prozess ein. Der zugrundeliegende Datensatz umfasst mehr als 10 Mio. Jahresdaten des Zeitraums 1995 bis 2009 von Unternehmen aus Großbritannien. Hier kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Private Equity signifikant die Ausfallwahrscheinlichkeiten senkt, auch bei Verwendung von hohem Leverage. Gründe lägen in verschiedenen Faktoren, die vor allem auf ein besseres Management von Private-Equity-finanzierten Unternehmen hindeuten.
Quelle: BVCA
So wären Unternehmen mit Private Equity im Durchschnitt besser gemanagt. Dies führe zu höheren Cashflows zur Schuldentilgung, weshalb auch das Coverage Ratio dieser Unternehmen höher sei. Der größte Unterschied zwischen Public und Private Equity lag in den Recovery Rates. Hier erzielten Private-Equity-Unternehmen einen Wert von 62 % - 63 %, Public-Equity-Unternehmen dagegen nur 26 % - 30 %.