IMF analysiert systemische Risiken im Finanzsystem
Der Global Financial Stability Report des Internationalen Währungsfonds (IMF) vom April 2009 ist ganz den Auswirkungen der Finanzkrise sowie der Entdeckung und den Zusammenhängen von systemischen Risiken gewidmet. Der IMF geht insgesamt nicht von einer schnellen Erholung des Bankensystems aus. Von den geschätzten 4 Billionen US-Dollar Abschreibungen auf Assets weltweit entfielen nach IMF-Schätzungen rund zwei Drittel auf Banken. Der 246 Seiten umfassende Report enthält daher eine Fülle an Hinweisen zur Restrukturierung der Banken und zum Management der entstandenen Risiken, um die für ein funktionierendes Wirtschaftssystem notwendige Erholung zu beschleunigen
Besonders systemische Risiken sind verstärkt in den Fokus gerückt. Die Auswirkungen der (Beinahe)Insolvenz einiger Großbanken mache es notwendig, sich intensiver mit der den Abhängigkeiten von Institutionen und Finanzprodukten untereinander zu beschäftigen. Zu diesem Thema bietet der Report Berechnungs- und Lösungsansätze, mit denen auch die Frage nach der Systemrelevanz von Institutionen geklärt werden könnte, da im Rahmen des G20-Beschlusses vom April insbesondere systemrelevante Institutionen Gegenstand verstärkter Regulierung werden sollen.
Der IMF empfiehlt, Regulierung zu globalisieren und die Messungen zu verbreitern. Ein makroökonomisches Indikatorenset könnte ein ausreichendes Frühwarnsystem darstellen. Clearing-Stellen für Derivate seien notwendig, um einen Überblick über das vernetzte Risikoexposure von Institutionen zu erhalten. Darüber hinaus sollten die politischen Entscheidungsträger Krisenpläne entwickeln, die im Notfall sofort abgerufen und eingesetzt werden können.