McKinsey analysiert Entwicklung der Energienachfrage
In einer umfangreichen Studie analysiert das McKinsey Global Institute (MGI) die globale Nachfrage nach Energie und insbesondere Erdöl in den nächsten Jahren. Da die Energienachfrage in erster Linie von der Entwicklung der weltweiten Wirtschaft, hier gemessen am Gross Domestic Product (GDP), abhängt, werden in der Studie drei Szenarien für die Entwicklung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise verwendet. Zusätzlich enthält die 150 Seiten umfassende Publikation Einzelanalysen der sechs energieintensiven Sektoren Light-duty Vehicles, Trucks, Air Transport, Buildings, Industrial Sector und Power.
Energiepreise waren in den letzten 5 Jahren von einer hohen Volatilität gekennzeichnet. Stetig steigende Nachfrage in den Schwellenländern bei gleichzeitig unelastischem Angebot führte zu Rekordpreisen bei Erdöl und Energie. Mit dem vollen Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im September 2008 begann ein rapider Preisverfall. Wird die Krise bis 2010 überwunden, gehen die Autoren von einem um 2,3% p. a. wachsenden weltweiten Energiebedarf bis zum Jahr 2020 aus. Davon werden allein 90% auf die Schwellenländer entfallen, insbesondere auf den Mittleren Osten. Bei den entwickelten Nationen werde Europa aufgrund der osteuropäischen Länder einen deutlich stärker wachsenden Energiebedarf haben, als Nordamerika und Japan.
In Konsum- und Industriesektoren würde der Energiebedarf gleichermaßen steigen, in den Sektoren Infrastruktur und Transport ist aufgrund der hohen Investitionen, insbesondere in China und Indien, mit einer Angebotsverknappung bei Energie und damit steigenden Preisen zu rechnen. Die Autoren empfehlen politischen Entscheidungsträgern daher, verstärkt die Nachfrageseite in ihre Entscheidungen mit einzubeziehen, da eine Konzentrierung der Nachfrage und eine Erhöhung der Energieeffizienz zur Preisentspannung beitrage.