IMF analysiert systematisches Risiko von Ratings
Der Internationale Währungsfonds (IMF) hat kürzlich ein Working-Paper zum systematischen Risiko von Ratings und der Regulierung von Ratingagenturen (Credit Rating Agencies, CRAs) veröffentlicht. Der Autor argumentiert, dass vorangegangene (Rating)-Krisen gezeigt haben, wie Ratings prozyklisch wirken und eine Erhöhung systematischen Risikos zur Folge haben. So würden in Aufschwungzeiten gute Ratings der Befeuerung von Investments und strukturierten Produkten dienen, massenhafte Downgrades in Abschwungphasen Herdenverhalten und daraus folgende Illiquidität von Anlageklassen fördern.
Rating von strukturierten Produkten: Verlustverteilung
Quelle: Sy, IMF (2009)
Der Autor argumentiert, dass die gegenwärtigen Regulierungsvorschläge für CRAs, die auf Mikroebene auf einer Erhöhung der Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit, sowie der Vermeidung von Interessenkonflikten zielen, nicht ausreichend zur Risikoreduktion geeignet sind. Nicht antizipierte Downgrade-Wellen führen zu negativen Schocks in Kapitalmärkten, und können so bestimmte Sektoren oder das gesamte Finanzsystem beeinträchtigen. Daher wird eine Regulierung auf Makroebene auf Basis sog. Rating-Maps empfohlen. Die Rating-Maps sollen Aufsichtsbehörden zur Identifikation von systematischen Risiken dienen. Anhand von Stresstests könnten dann die Auswirkungen von Abschwüngen erfasst, und Kapital- und Liquiditätspuffer zum Risikomanagement bei systemisch relevanten Institutionen implementiert werden.
Systematisches Risiko von Downgrades (Boom-/ Bust Cycle)
Quelle: Sy, IMF (2009)