Investment-Charakteristika von Family Offices
Family Offices verwalten das Vermögen einer oder mehrerer High-Net-Worth-Familien oder -Einzelpersonen. Über ihre Anlagestrategien und -charakteristika ist allerdings wenig bekannt. Eine aktuelle Studie des Bayerischen Finanzministeriums, JP Morgan Asset Management und Complementa untersucht die Anlagestrategien sowie die Controlling- und Risikomanagementsysteme von 25 teilnehmenden Family Offices mit durchschnittlichen Assets under Management zwischen 300 und 1.000 Mio. Euro.
Aufgrund der Unzufriedenheit mit standardisierter Bankberatung gehe der Trend bei vermögenden Familien zum Family Office. Bei der Anlagestrategie stehe Werterhalt im Vordergrund, Renditeziele genießen erst zweite Priorität. Interessant ist, dass Eigentümer neu erwirtschafteter Vermögen deutlich risikofreudiger sind, als Eigentümer ererbter Vermögen. Gleichzeitig besteht bei fast keinem der Befragten eine strategische Ausrichtung der Asset Allocation. Stattdessen werde die Allokation kurzfristig und taktisch Marktbedingungen angepasst. Stresstests und Risikomanagementsysteme werden eher wenig genutzt. Die Anleger scheinen sehr kostenbewußt zu agieren, da Zugang zu transparenten und liquiden Kernmärkten hauptsächlich über ETFs oder Futures gesucht wird. Die effektive Asset Allocation der Family Offices beträgt im Median 10% Liquidität, 30% Anleihen, 35% Aktien, 10% Immobilien, 20% Private Equity, 15% Hedgefonds und 10% Commodities.
Anlageentscheidungen werden in enger Zusammenarbeit mit den Eigentümern getroffen, Controlling und sonstige Dienstleistungen überwiegend innerhalb des Family Office übernommen. So wird ein hohes Maß an Diskretion und Individualität garantiert. Nachhaltigkeitskriterien finde nur bei knapp 25% der Family Offices Berücksichtigung, wobei Nachhaltigkeitskriterien mit zunehmendem Vermögen abnehmen.
Die Studie ist als Print-Ausgabe bei jedem der drei genannten Unternehmen kostenlos erhältlich.