24.04.2018 | Research

Hohe Kosten erschweren Umsetzung von Momentum-Strategien

Research Affiliates hat in einem Forschungsbericht die Life-Performance von Momentum-Fonds untersucht. Obwohl Momentum auf dem Papier langfristig eine deutliche Outperformance gegenüber dem Markt erzielt hat, weisen Momentum-Fonds im Mittel (je nachdem, wie die Fonds zueinander gewichtet werden) eine Underperformance von -2,2 bis -4,3 % auf. Diese Underperformance ist unabhängig davon, ob die Fonds über die Eigenbezeichnung („Momentum“) oder über ihr Faktor-Exposure als Momentum-Fonds klassifiziert werden.


Quelle: Research Affiliates

Ein wesentlicher Grund für diese Underperformance liegt in den hohen Transaktionskosten von Momentum-Strategien. Gegenüber einer Value- oder Small-Cap-Strategie fallen bei Momentum-Ansätzen 6- bzw. 12-mal so hohe Kosten an. Modellbasiert kommen die Autoren auf implizite Transaktionskosten von 6,1 % p.a.


Quelle: Research Affiliates

Um die Performance von Momentum-Fonds zu verbessern sind zwei Faktoren entscheidend. Erstens muss das Management eine strikte Verkaufsdisziplin wahren, also Einzelwerte aus dem Portfolio abstoßen, sobald keine starke Momentum-Prämie mehr erzielt werden kann. Es sollte nicht gewartet werden, bis die Positionen ein negatives Momentum-Exposure aufweisen. Alternativ kann Momentum auch als zusätzlicher Faktor bzw. Negativkriterium bei der Verfolgung anderer Strategien genutzt werden. Value-Strategien könnten also von Transaktionen absehen, wenn diese zwar eine hohe Value-Prämie versprechen, aber sehr negative Momentum-Charakteristika aufweisen.
Der zweite Faktor liegt in der Vermeidung von Aktien, die schon über längere Zeiträume positives Momentum aufgewiesen haben, da diese Titel bereits sehr teuer sind und eine Fortsetzung des Trends weniger wahrscheinlich wird.


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