Herausforderungen bei der Berücksichtigung von Umweltrisiken
Ein Wissenschaftlerteam der Bank of England, UN Environment Inquiry und des University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership hat in einem Forschungsbericht anhand von 14 Case Studies Praxisbeispiele für die Bewertung von Umweltrisiken im Zusammenhang mit Investment-Entscheidungen analysiert. Sie identifizieren einen dreistufigen Prozess zur Einbindung von Umweltrisiken: Zunächst gilt es, die Risiken zu identifizieren, um im zweiten Schritt die Auswirkungen der Risiken zu schätzen. Dies umfasst einerseits den Umfang des Exposures gegenüber diesem Risiko und andererseits die detaillierte Bewertung, welche Auswirkungen dies auf einzelne Assets bzw. Portfolios hat (z.B. durch Stresstests oder Szenarioanalysen). Zuletzt gilt es, Strategien zur Reduzierung des Risiko-Exposures und Methoden zum Risikotransfer oder zur Reallokation des Portfolios zu entwickeln.
Quelle: Bank of England, UN Environment Inquiry, University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership
Das Risikomanagement kann so einerseits kurzfristige Risiken bei einzelnen Assets vermeiden oder langfristig-strategische Ziele abstecken. Hierzu zählt etwa die Ausrichtung des Portfolios auf die Transformation zur Low-Carbon-Wirtschaft. Herausforderungen für die Adaption der Evaluierung von Umweltrisiken bestehen in technischen Barrieren, z.B. fehlende einheitliche Definitionen und Standards für die Risikobemessung, sowie fehlendem Know-How zur Bewertung von Umweltrisiken. Hinzu kommt, dass diese Risiken den üblichen Zeithorizont des Risikomanagement übersteigen können. Regulatorische Anforderungen können in manchen Jurisdiktionen die Berücksichtigung von Umwelt-Faktoren erschweren. Auch die Ausrichtung der Erfolgsbemessung auf kurzfristige Zeiträume kann ein Hindernis bei langfristigen Zielsetzungen darstellen. Zuletzt fehlt oftmals klar kommunizierte Unterstützung seitens der Politik.
Die Autoren formulieren verschiedene primäre Ziele. Hierzu zählt u.a. die Bewertung von Umweltrisiken in die Kernprozesse zu integrieren und eine breite Palette an Umweltfaktoren zu beachten. Weiterhin sollten realistische und wohlüberlegte Annahmen für die Szenarioanalysen getroffen werden. Zuletzt gilt es, nicht nur kurzfristige Risiken zu beachten, sondern einen ganzheitlicheren Ansatz zu verwenden und einen strategischen Ansatz zu entwickeln, um auf Umweltrisiken zu reagieren.
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