26.04.2018 | Märkte

Staatsfonds investieren verstärkt in Private Markets

Zum Ende des Jahres 2016 verwalteten die 37 Staatsfonds weltweit zusammen ein Volumen von rund 6 Billionen US-Dollar, zeigt ein Marktbericht von State Street. Im Zeitraum von 2014 bis 2016 wuchsen die Assets under Management im Schnitt um 3 % jährlich – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 35 % p.a. Wachstum zwischen 2012 und 2014. Bei einem Drittel der betrachteten Fonds sanken die Assets, was einen größeren Mittelbedarf der jeweiligen Regierungen impliziert. Angesichts niedrigerer Ölpreise und  geringeren Wachstums von Fremdwährungsreserven in den Emerging Markets dürfte sich das Asset-Wachstum strukturell verringern, was die Staatsfonds zu einer Anpassung ihrer Anlagepolitik zwingt. Private Market Investments verzeichneten die größten Zuwächse -  ihr Anteil an der Asset-Allokation wurde auf 28,7 % (+ 3,1 Prozentpunkte) angehoben. Dies geschah zu Lasten des Fixed-Income-Anteils (32,8 %), während die Aktienquote mit 38,5 % nahezu konstant blieb.


Quelle: State Street

Der Anstieg der Private Market Investments lässt sich für alle Arten von Staatsfonds beobachten, auch bei solchen, deren Assets under Management in der Beobachtungsperiode gesunken sind. Große Heterogenität besteht wiederum in Bezug auf die Fixed-Income- und Aktienquoten. Während sich die vornehmlich auf Öl-Einnahmen basierenden Staatsfonds aus Anleihen und Cash zurückgezogen und stattdessen Aktien und Private Markets ausgebaut haben, sank bei den sonstigen Staatfonds auch die Aktienquote deutlich.


Quelle: State Street

Das überdurchschnittlich hohe Wachstum der Private Markets in der Asset-Allokation von Staatfonds dürfte sich nach Einschätzung der Autoren in Zukunft abflachen. Durch die hohe Nachfrage ist es schwieriger geworden, eine angemessene Illiquiditätsprämie zu erzielen, während auf Anbieterseite vermehrt Probleme bestehen, neue Vehikel zu lancieren – insbesondere im Bereich Infrastruktur. Weiterhin bedeuten geringere Zuflüsse in die Staatsfonds für diese auch ein höheres Risiko von Mittelabflüssen, wodurch illiquide Investments weniger sinnvoll erscheinen. Zuletzt sinkt die Attraktivität der Private Markets in einem Umfeld ansteigender Zinssätze.


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