Gründe für hohe Gebühren aktiv verwalteter Fonds
Die Finanzwissenschaft hat in der Vergangenheit gezeigt, dass aktiv verwaltete Fonds gegenüber passiven Produkten eine konsistente Underperformance erzielen. Wesentlicher Grund hierfür sind höhere Gebühren. Stewart Brown, emeritierter Professor der Florida State University, hat in einem Research Paper die Gründe dafür untersucht, dass die Management Fees trotz erheblich gewachsener verwalteter Vermögen auf einem unverändert hohen Niveau liegen, obwohl Skalenvorteile vorliegen.
Der Autor führt aus, dass es sich beim Fondsmarkt um einen No-Bid-Markt handelt: Es gibt für Management Fees keine Arbitrageure wie bspw. am Aktienmarkt, die die Preise nahe am intrinsischen Wert halten. In Verbindung mit der Komplexität der rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen erklärt dies, wie die Investmentfondsbranche die Anreize der politischen, rechtlichen und regulatorischen Systeme sowie der Fondsverwaltung erfolgreich beeinflusst hat, um die Beratungsgebühren auf einem über dem Marktniveau liegenden Level zu halten.

Quelle: Brown, 2024
Geschätzt werden den Anlegern jährlich etwa 40 Mrd. US-Dollar an überhöhten Management Fees in Rechnung gestellt. Daraus folgt, dass der durchschnittliche Anleger etwa 400 US-Dollar pro Jahr zu viel zahlt. Somit gibt es nur minimale Anreize, sich zu organisieren und den politischen Prozess zu beeinflussen, wenn man den damit verbundenen Zeit- und Arbeitsaufwand berücksichtigt. Hinzu kommt geringe finanzielle Bildung der Anleger. Demgegenüber kontrollierten die fünfzig größten Investmentfondsanbieter im Jahr 2021 etwa 88 % (12,2 Bio. US-Dollar) des gesamten aktiven Investmentfondsvermögens und nahmen insgesamt etwa 73 Mrd. US-Dollar an Gebühren ein. Dementsprechend hoch sind die Anreize der Investmentbranche, den politischen Prozess zu beeinflussen.
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