18.11.2019 | Research

Green Bond Investments durch Zentralbanken

Nachhaltigkeitsaspekte können in die Verwaltung der Fremdwährungsreserven von Zentralbanken integriert werden, ohne dass dies zu Lasten von Rendite oder Risiko geht. Bezüglich der Liquidität kann es allerdings zu einem Zielkonflikt kommen, zeigt ein Researchpaper der Bank für internationalen Zahlungsausgleich. Darin untersuchen Ingo Fender, Mike McMorrow, Vahe Sahakyan und Omar Zulaica, wie sich Nachhaltigkeit beim Management von Fremdwährungsreserven berücksichtigen lässt, welche Eigenschaften Green Bonds aufweisen und inwiefern deren Beimischung zu Diversifikationseffekten führt. Mehrheitlich werden Nachhaltigkeitskriterien bisher nicht von Zentralbanken berücksichtigt. Dort, wo es geschieht, werden vielfach Green Bonds genutzt.


Quelle: Fender, McMorrow, Sahakyan, Zulaica, 2019

Angesichts der vergleichsweise geringen Marktgröße von Green Bonds ist die Liquidität bzw. der Zugang zum Segment bislang eingeschränkt. Hinzu kommen größere Bid-Ask Spreads – unabhängig vom betrachteten Währungssegment. Für die Liquidität und das Working Capital der Zentralbanken kommen Green Bonds damit eher nicht in Frage, im Investment-Bereich ist das geringe Volumen problematisch, welches geringe Allokationen erfordert. Von der Risikoseite gibt es hingegen keine Schwierigkeiten: Die Rating von Green Bonds und konventionellen Anleihen haben sich angeglichen. Auf Einzeltitelebene kann es einen Renditeabschlag bei Green Bonds geben („Greenium“), interessanter ist allerdings, wie sich ein Portfolio von Green Bonds in Relation zu einem konventionellen verhält. Die Autoren zeigen auf dieser Makro-Ebene, dass der Abschlag im Zeitverlauf gesunken ist und im Jahr 2019 praktisch verschwunden ist. Seit 2014 haben sich das Green Bond- und das konventionelles Portfolio sowohl bezüglich des Total Return als auch der Risikokennziffern sehr ähnlich entwickelt, so dass weder von der Rendite- noch von der Risikoseite Gründe gegen die Einbindung von Green Bonds durch Zentralbanken sprechen.


Quelle: Fender, McMorrow, Sahakyan, Zulaica, 2019

Zuletzt zeigen die Autoren, die Einbindung von Green Bonds zu einem positiven Diversifikationseffekt führt und die risikoadjustierte Rendite des Portfolios steigert.


Mit der Publikation Absolut|impact zeigt Absolut Research das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.

Abonnenten des Absolut|report können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Green Bonds"
zurück