18.12.2014 | Studie

Geringe Zweitmarktliquidität bei Unternehmensanleihen

Auf Basis einer umfangreichen Studie hat die International Capital Market Association (ICMA) die Entwicklung der Sekundärmärkte für Unternehmensanleihen in Europa untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Liquidität bei den Corporate Bonds in den Jahren seit der Finanzkrise stetig abgenommen hat. Gründe sind die stärkere Regulierung der Banken und Market-Maker sowie die steigende Investorennachfrage als Folge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.
Die ICMA schlussfolgert, dass es zu kurz greift, die jüngste Entwicklung als Rückkehr zur historischen Illiquidität und Fragmentierung der Anleihenmärkte abzutun. Vielmehr hat sich das systemische Risiko als Folge der Regulierung der Banken zu den Investoren verschoben.


Quelle: ICMA

Banken reduzieren das Marketmaking und respektive das Trading- und Sales-Personal, und konzentrieren sich zunehmend auf das Broker- und Underwriting-Geschäft. Gleichzeitig nehmen die Anleger höhere Markt- und Liquiditätsrisiken in Kauf, um akzeptable Renditen zu erreichen. Letztlich könnte diese Entwicklung auch negative Folgen für den Corporate-Bonds-Primärmarkt haben. Nach Auffassung der ICMA ist die Harmonisierung europäischer Kapitalmärkte ein zentraler Katalysator für Wachstum, Investments und Arbeitsplätze in Europa, allerdings kann zu viel Regulierung, und genannt werden hier insbesondere die erhöhten Transparenzanforderungen durch MIFID II, kontraproduktiv (auf die Liquidität) wirken. Befürchtet wird auch eine tiefgreifende Korrektur der Bondmärkte, deren Auswirkungen durch einen kaum funktionierenden Secondary Market verstärkt würden.


Quelle: ICMA

Elektronische Handelsplattformen, die Effizienz, Reichweite und Transparenz des Markts weiterentwickeln, stellen einen Ansatz zur Liquiditätsverbesserung dar. Zwar stellt der elektronische Handel selbst keine Liquidität bereit, aber eine transparente und schnelle Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Sekundärmarkt.
Gefordert wird ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, von den Market Makern, Investment Managern, Handelsplattformen, Emittenten bis zu den Regulatoren.

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