01.07.2015 | Research

Geographisches Exposure im Risikoreporting von Aktienportfolios

Ein Forscherteam des EDHEC-Risk Institutes hat in einem aktuellen Forschungspapier untersucht, welchen Einfluss das tatsächliche geographische Geschäftsexposure von Aktiengesellschaften auf ihre Performance hat. Hierzu werden Umsatzanteile von Unternehmen nach Regionen aufgeteilt, um das jeweilige Exposure der Unternehmen zu diesen Regionen feststellen zu können. Im ersten Schritt wird für eine Reihe von Indizes untersucht, welche Regionen für diese tatsächlich ökonomisch relevant sind. So beträgt das tatsächliche Europa-Exposure an den Umsätzen der im STOXX Europe 600 enthaltenen Unternehmen im Jahr 2012 lediglich 55 %, während der Rest auf Amerika (25 %), Asien (16 %) und Afrika (4 %) entfällt. Auffällig ist, dass die Bedeutung der indexfremden Regionen im Zeitverlauf gestiegen sind: Machten die USA beim S&P 500 im Jahr 2003 noch 81 % der Umsätze aus, waren es 2012 nur noch 73 %. Ähnlich stellt sich die Lage beim Anteil der Emerging Markets für eine Reihe von Developed-Markets-Indizes dar.


Quelle: EDHEC-Risk Institute

Im Anschluss daran analysieren die Autoren, wie hoch die Performance-Beiträge von Unternehmen sind, die einen hohen Umsatzanteil in den Emerging Markets aufweisen, unter der Annahme, dass die dortigen Aktienmärkte besser performen als die der Industrieländer. Es überrascht wenig, dass Unternehmen mit hohem EM-Exposure im Falle einer EM-Hausse eine bessere Performance aufweisen als Unternehmen, deren Umsatzanteil in den Emerging Markets niedrig ist. Dasselbe Muster findet sich bei Aufgliederung der Unternehmen in solche mit hohem vs. niedrigem lokalen Exposure. Darauf ziehen die Autoren die Schlussfolgerung, dass die wahren ökonomischen Exposures von zunehmender Bedeutung sind, sowohl im Performance- als auch im Risiko-Reporting.

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