Gebühren zehren Diversifikationsvorteile auf
Bei Berücksichtigung der anfallenden Gebühren wirkt sich eine Diversifikation eines Portfolios über exotischere Asset-Klassen kaum vorteilhaft aus, zeigt ein Forschungspapier von William Jennings und Brian Payne von der U.S. Air Force Academy, Colorado. Um die reinen Diversifikationsvorteile gegen die Kosten abwägen zu können, werden die Korrelationen zu anderen Asset-Klassen heraus gerechnet. Als Residuum bleibt nur das sog. Allokations-Alpha. Je nach Volumen und Status des jeweiligen Investors werden unterschiedliche Fee-Strukturen unterstellt. 
Quelle: Jennings, Payne (2014)
Zunächst prüfen die Autoren, wie hoch der Anteil der Gebühren am Allokations-Alpha verschiedener Asset-Klassen ausfällt. Im Fokus des Interesses stehen die Incremental Fees, also der Anteil der Gebühren, der die Kosten der unterliegenden Asset-Klasse überschießt. Da die Gebühren für Core Bonds für eine kleine Stiftung 0,24 % betragen und High Yield Bonds bei 0,5 % liegen, beträgt die Incremental Fee 0,26 %. Dies entspricht rund einem Drittel des Allokations-Alphas; das heißt, ein Drittel der Diversifikationsgewinne wird durch die zusätzlichen Gebühren aufgezehrt. Im Falle von Emerging Markets Staatsanleihen und Dachhedgefonds sind die Diversifikationsgewinne nach Gebühren null oder sogar negativ.
Quelle: Jennings, Payne (2014)
Von den 45 betrachteten Asset-Klassen fallen 40 % als Diversifikationsmöglichkeit aus, wenn ein positives After-Fee-Alpha vorausgesetzt wird, bei dem die Gebühren weniger als die Hälfte des ursprünglichen Alphas ausmachen. Zusammenfassend empfehlen die Autoren, die Entscheidung von Asset-Allokation, Manager- und Produktauswahl nicht separat zu betrachten, da die Gebührenstruktur direkt die Attraktivität der Asset-Klassen beeinflusst.