Frontier Market Bonds bieten attraktives Kurspotenzial
Die nächste Generation der Schwellenländer, die sogenannten Frontier Markets, treten immer häufiger an den internationalen Fremdkapitalmärkten auf. Eine Studie von Aberdeen Asset Management zufolge bieten diese Anleihen interessante Renditechancen, wenn gewisse Risiken beachtet werden.
Diese sind, verglichen mit heutigen Schwellenländern wie Brasilien, Mexiko oder Polen in den Frontier Markets, wesentlich höhere politische und wirtschaftliche Risiken. Zudem verfügen nur wenige Frontier-Märkte über einen investierbaren Kapitalmarkt, auch wenn sich immer mehr Staaten aus der Abhängigkeit von Entwicklungsbanken und supranationalen Institutionen lösen und eigenständig externe Finanzierungsquellen erschließen.
Diese zusätzlichen Risiken führen zu Spread-Aufschlägen und damit auch einem wesentlich größeren Renditepotenzial verglichen mit Schwellen- oder Industrieländern.
Quelle: Aberdeen
Auch aus Diversifizierungsgesichtspunkten erscheinen Frontier-Market-Anleihen attraktiv. Im historischen Verlauf zeigt sich eine sehr geringe Korrelation zu entwickelten Anleihenmärkten. Seit Anfang 2013 etwa liegt die Korrelation zu US-Treasuries bei rund 0,2. In Krisenphasen wie 2008 oder 2011 war die Korrelation negativ. Insbesondere verglichen mit Aktien aus Schwellenländern zeigen Staatsanleihen der Frontier Markets eine attraktive risikoadjustierte Performance. Zentrale Risikokomponente ist neben dem Kreditrisiko das Zins- bzw. Wechselkursrisiko.
Auch der Hard-Currency-Markt zählt zu den Wachstumsmärkten. Hier sind jedoch die Währungsreserven der Staaten von zentraler Bedeutung. Grundsätzlich sind neben länderspezifischen Risiken vor allem regionale Ansteckungsgefahren zu beachten.
Quelle: Aberdeen
Das investierbare Universum liegt der Analyse zufolge bei rund 710 Mrd. US-Dollar, wobei über die Hälfte auf Staatsanleihen in Lokalwährung entfällt. Der Hard-Currency-Anteil liegt bei rund 200 Mrd. US-Dollar. Attraktiv sind Frontier Markets durch das enorme Wachstumspotenzial sowie ihre dynamische Demographiestruktur. Viele Staaten Afrikas oder Asien verfügen zudem über große Rohstoffvorkommen. Nigeria besitzt beispielsweise größere Ölreserven als das Emirat Katar, Angola immerhin rund halb so viele. Anders als bei Schwellen- und Industrieländern ist zudem die Zahl der zu den Frontier Markets zählenden Länder wachsend. Zu den größten investierbaren Märkten zählen Argentinien, Sri Lanka, die Dominikanische Republik und El Salvador.