Institutionelle Nachfrage treibt Mikrofinanzsektor
Institutionelle Anleger sind die wichtigste Funding-Quelle für Mikrofinanzfonds, stellt eine Studie von Symbiotics von Ende August fest. Über die Hälfte des im Sektor verwalteten Vermögens stammt aus institutionellen Portfolios. Rund ein Drittel entfällt auf staatsnahe Investoren. Das Thema Nachhaltigkeit nimmt dabei eine immer größere Rolle ein. Mittlerweile berichten 83 % der untersuchten Fonds ESG-Informationen an ihre Investoren. 84 % verfolgen eine Anti-Korruptions-Strategie. Die Client Protection Principles der Smart Campaign werden von 96 % der untersuchten Anbieter unterstützt. Darin werden bestimmte Mindestanforderung an Transprarenz und Pricing gesetzt, mit dem Ziel die Kreditnehmer vor Ausbeutung zu schützen. 2009 hatte der Anteil der Unterzeichner noch bei 81 % gelegen.
Quelle: Symbiotics
Die meisten Fonds, rund 82 % der Assets under Management, investieren über direkte und indirekte Fremdkapitalbeteiligungen. Auf Equity-Beteiligungen entfällt weniger als ein Fünftel. Im Durchschnitt liegen Fremdkapital-Beteiligungen bei einem Volumen von 1,9 Mio. US-Dollar und werden mit einer Laufzeit von 22 Monaten gewährt. Ca. jede dritte Beteiligung erfolgt in Lokalwährung, wobei nur 13 % aller Investments ungehedgt bleiben. Der Anteil der Loans, die im vergangenen Jahr abgeschrieben werden mussten, lag bei nur 0,1 Prozent. Der durchschnittliche Loan wurde 2013 mit 6.9 % verzinst, 0,2 Prozentpunkte mehr als 2011 und 0,8 Prozentpunkte weniger als 2012.
Aus Investorensicht kann vor allem die Performance in US-Dollar überzeugen. Fixed-Income-Fonds ohne Leverage erzielten im Durchschnitt eine Rendite von 2,9 % im Jahr 2013. Anteilsklassen in Euro lagen dagegen bei 1,6 % im selben Zeitraum. Unter den Equity-Fonds lag die mittlere Performance bei 15,7 % für die US-Dollar-Klassen. Für Euro-Investoren lieferten Mischfonds die beste Rendite mit 3,5 % in 2013 - knapp 90 Basispunkte mehr als US-Dollar-Anteile.
Quelle: Symbiotics
Das wichtigste Fondsdomizil ist die Schweiz, wo rund ein Drittel der Mikrofinanz-Portfolios verwaltet wird. Insgesamt konnte das Segment im vergangenen Jahr um 16 % wachsen. Für 2014 rechnet der Report mit einem Anstieg des verwalteten Vermögens um 10 %. Die meisten Fonds agieren global, gefolgt von den regionalen Schwerpunkten in Afrika, Lateinamerika und Asien. Osteuropa stellt noch einen Nischenmarkt dar, weist allerdings die höchsten Wachstumsraten auf. 2013 wurden mehr als 200.000 Menschen ein Mikrokredit aus den analysierten Vehikeln gewährt. Die durchschnittliche Größe betrug rund 1.800 US-Dollar.
Absolut Research analysiert die besten Asset Manager für Mikrofinanz-Portfolios jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in der Kategorie Microfinance. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 22 Sub-Kategorien mit 80 Asset-Klassen.