22.09.2014 | Research

Einfluss politischer Risiken auf Allokation von Staatsanleihen-Portfolios

Die Eurokrise und der US-Government Shutdown haben die Bedeutung politischer Risiken für den Anleihenmarkt in der jüngeren Vergangenheit wieder stärker in den Vordergrund treten lassen. In der wissenschaftlichen Literatur wurde bereits festgestellt, dass die Höhe der politischen Risiken deutliche Auswirkungen auf die Risikoprämien der Staatsanleihen hat. In einem aktuellen Forschungspapier untersuchen Johan Duyvesteyn, Martin Martens und Patrick Verwijmeren von der Universität Rotterdam, wie Veränderungen der politischen Risiken die Anleihe-Risikoprämien vorherbestimmen. Wenig überraschend stellen die Autoren fest, dass Staaten mit schlechterem Kredit-Rating auch größere politische Risiken und höhere Spreads gegenüber sicheren Assets aufweisen als stabilere Staaten. Auch die Korrelation von Veränderungen der Spreads sowie politischen Risiko- und Credit-Ratings deutet in die gleiche Richtung.


Quelle:  Duyvesteyn, Martens, Verwijmeren (2014)

Ökonometrisch zeigt sich auf jährlicher Basis, dass die Portfolios aus Staatsanleihen der vier Staaten, deren Rating bezüglich ihres politischen Risikos (POL) sich am stärksten verbessert, Portfolios der vier Staaten, deren POL-Faktor sich am deutlichsten verschlechtert, klar outperformen. Für EMU-Staaten beträgt diese jährliche Outperformance 1,1 Prozentpunkte bei einer Rendite von 5,6 %. Bei den Entwicklungsländern ist die Outperformance mit 4,5 Prozentpunkten noch wesentlich ausgeprägter. Verursacht wird diese Entwicklung vor allem von der Outperformance in schwachen Marktphasen, während sich in stabilen Phasen kaum ein Unterschied ergibt. Werden andere Kontrollvariablen hinzugefügt, darunter beispielsweise Momentum, bestätigt sich der große Effekt der POL-Variable.


Quelle:  Duyvesteyn, Martens, Verwijmeren (2014)

Die einzelnen Komponenten der Veränderung der politischen Risikoprämie sind in den Industrieländern nahezu alle insignifikant, für die Entwicklungsländer aber zeigt sich, dass der Faktor Government Stability hochsignifikant ist. Als Grund für die Beobachtung, dass die Märkte nicht unmittelbar auf die Veränderungen politischer Risiken reagieren sehen die Autoren die fehlende öffentliche Verfügbarkeit der politischen Risiko-Ratings sowie die schwierige Quantifizierbarkeit politischer Risiken.

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