Fitch: Solvency II verbessert Risikomanagement von Versicherern
Die Ratingagentur Fitch untersucht in einem kurzen Researchbericht die Auswirkungen von Solvency II auf die Kapitalausstattung europäischer Versicherer. Insgesamt geht Fitch von neutralen bis positiven Folgen für die Branche aus und nennt hierfür mehrere Gründe. So verfügen insbesondere große und systemrelevante Institute bereits heute über eine starke Kapitaldecke und ein effektives Risikomanagement. Die Auswirkungen von Solvency II dürften daher eher gering sein, schreiben die Autoren. Als problematisch ist daher der enorme Aufwand für die Branche zu beurteilen, dessen Kosten die gewonnene Stabilität egalisieren oder sogar übersteigen könnten. Für mittelgroße Versicherer geht Fitch aber von insgesamt positiven Auswirkungen auf die Kapitalausstattung aus. Allerdings stehen höheren Kapitalpolstern kurz- bis mittelfristig negative Folgen für Kapitalkosten und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber. Gerade kleine und mittlere Institute könnten daher den Anreiz haben, die Erhöhung ihrer Kapitalreserven hinauszuzögern, um sich Wettbewerbsvorteile gegenüber größeren Häusern zu sichern. 
Quelle: Fitch
Weitere Schwierigkeiten erwartet Fitch aus möglichen Vorgaben durch das Financial Stability Board (FSB), die sich von den Regelung durch Solvency II unterscheiden könnten. Insbesondere in Stressphasen würden Inkonsistenten zwischen den Regimen problematisch werden. Darüber hinaus bemängelt die Ratingagentur den ambitionierten Zeitplan für die Implementierung der FSB-Vorgaben. Die Erfahrung von Solvency II hat gelehrt, dass lange Testphasen nötig sind, um ungewollte Konsequenzen zu vermeiden. Insgesamt geht Fitch davon aus, dass die Welle internationaler Regulierungen trotz des hohen Aufwands keine negativen Folgen für die Solvenz der Branche haben wird.