16.12.2008 | Schweiz

Finanzkrise verstärkt Mittelknappheit im Sektor Wagnisfinanzierungen

Im Zuge der Finanzkrise ist das Fundraising für Private Equity deutlich zurückgegangen (Private Equity Fundraising im 3. Quartal auf niedrigstem Stand seit 3 Jahren). Dr. Maurice Pedergnana, Geschäftsführer der SECA und Professor an der Hochschule Luzern, sieht in der Finanzkrise und der schwach ausgeprägten Venture-Capital-Kultur eine Gefahr für Innovationen in der Schweiz .

Demnach verfüge das Land zwar über eine hohe Sparquote, diese werde jedoch kaum für die wirtschaftliche Erneuerung der Volkswirtschaft eingesetzt. Die Schweiz rangiert bei internationalen Vergleichen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Venture Capital stets zwischen den Rängen 20 und 50. Im Gegensatz zu einigen Schwellenländern würde eine systematische und vom Bildungssystem unterstützte Innovationsförderung in der Schweiz fehlen. Startkapital für Venture Capital Finanzierungen komme überwiegend aus dem vertrauten Umfeld von "Family, Friends and Fools". Dieses strukturelle Underfunding verhindere Innovationen.

Kapitalgeber für Venture Capital Finanzierungen sind aktuell überwiegend Business Angels. Die meisten Business Angels betrachten ihr Engagement allerdings als passive Finanzierungshilfe. Pedergnana führt in einem Beitrag im Swiss Innovation Guide an, dass in den USA dagegen rund die Hälfte der Business Angels pensionierte Unternehmer und Manager sind, die neben Kapital auch ihr Fachwisssen mit einbringen (Smart Money). Eine gezielte Förderung der Venture Capital Kultur und des Jungunternehmertums, unterstützt durch eine zielgerichtete Hochschularbeit und-forschung, könne Innovationen und Wirtschaftswachstum fördern, gerade in Zeiten konjunktureller Anspannung, so Pedergnana.

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