Faktor-Timing und -Tilting führen zu hohem Turnover
Sowohl Faktor-Timing als auch Faktor-Tilting können gegenüber einer gleichgewichteten Multi-Faktor-Strategie zu einer Outperformance führen. Die Transaktionskosten zehren jedoch einen großen Teil hiervon auf. Über alternative Umsetzungsverfahren, die keinen klassischen Mean-Variance-Ansatz verfolgen, kann sich zumindest Faktor-Timing auch unter Berücksichtigung der Transaktionskosten lohnen, zeigt ein Researchpaper eines Teams um Hubert Dichtl und Wolfgang Drobetz an der Universität Hamburg. Faktor-Timing beschreibt die Über- oder Untergewichtung einzelner Faktoren in Abhängigkeit ihrer relativen Performances, die über Zeitreihen fundamentaler Makro- und faktorspezifischer technischer Indikatoren prognostiziert werden. Demgegenüber fußt Faktor-Tilting auf Querschnittsdaten und versucht, Faktoren in Faktoren zu identifizieren, bspw. Faktor-Bewertung, Faktor-Momentum oder Crowding. Für 20 untersuchte Faktoren erweist sich Faktor-Timing als signifikant – sowohl statistisch als auch ökonomisch. Auch mittels einiger der Tilting-Ansätze lässt sich Outperformance generieren. 
Quelle: Dichtl, Drobetz, Lohre, Rother, Vosskamp
Der aus der Mean-Variance-Optimierung resultierende Turnover der Faktorstrategien ist allerdings so hoch, dass der Großteil der Outperformance gegenüber einem gleichgewichteten Multi-Faktor-Portfolio von den Transaktionskosten aufgezehrt wird. Über Strafterme für Transaktionen oder ein Black-Litterman-Verfahren kann zumindest für das zeitreihenbasierte Faktor-Timing ein Teil der zusätzlich generierten Performance erhalten werden.
Quelle: Dichtl, Drobetz, Lohre, Rother, Vosskamp
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