EZB-Anleihenkäufe drägen laut Allianz-Studie Investoren aus dem Markt
Die Allianz hat in einem aktuellen Marktbericht die Auswirkungen des sog. Quantitative Easing auf die Rentenmärkte der größten Wirtschaftsregionen analysiert.
Die Notenbanken der größten Wirtschaftsregionen haben im Zuge quantitativer Lockerungen einen signifikanten Anteil der Staatsanleihen erworben und gehören damit zu den größten Gläubigern der Staaten. Mit 2,5 Billionen US-Dollar machen US-Staatsanleihen ein Fünftel der Bilanz der Fed aus. Dies macht sie somit zum größten Schuldner der USA. Diese Entwicklung ist auch bei anderen Notenbanken, wie der Bank of England oder der Bank of Japan, zu beobachten. Auch bei der EZB werden die Anleihenkäufe weiter steigen und Ende 2016 ein Volumen von etwa 11 % des BIPs betragen. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Zinsen vieler Staatsanleihen ins Negative gesunken. In der Schweiz haben beispielsweise fast 70 % der ausstehenden Staatsanleihen einen negativen Zins, in Deutschland sind es 60 %. 
Quelle: Allianz
Durch die mit dem Niedrigzins verbundene Verringerung der Haushaltsdefizite vieler Staaten wird das Angebot an Staatsanleihen in den kommenden Jahren sinken. Dies führt zu einem Nachfrageüberhang und könnte private bzw. institutionelle Investoren aus den Staatsanleihenmärkten, in Form eines "Crowding Out", verdrängen. Den Autoren zufolge besteht das größte Risiko für Investoren darin, zu risikoscheu zu agieren und nicht ausreichend nach Alternativen zu suchen, um eine negative Rendite zu verhindern. Somit werden die schlechten Renditeaussichten der Staatsanleihen auch zukünftig für eine erhöhte Liquidität in anderen Märkten sorgen.